Leberkrebs: Neues Nomogramm erlaubt Risikovorhersage bei alkoholbedingter Lebererkrankung7. März 2024 Bei Patienten mit alkoholbedingter Lebererkrankung sind die Anzahl der Jahre des Alkoholkonsums, das Patientenalter, Diabetes, eine HBV-Infektion sowie Leberzirrhose und männliches Geschlecht mit dem HCC-Risiko assoziiert. (Abbildung: eranicle/stock.adobe.com) In einer neuen Studie beschreiben deren Autoren ein auf wichtigen Risikofaktoren basierendes Nomogramm für die Vorhersage eines Hepatozellulären Karzinoms (HCC) bei Personen mit alkoholbedingter Lebererkrankung (AD). Aus elektronischen Patientenakten trugen die Wissenschaftler Daten von 136.571 an einem chinesischen Krankenhaus behandelten Patienten mit chronischer Lebererkrankung zusammen (Zeitraum: 2002–2018). Die Daten wurden durch Überprüfung der Krankenakten gesammelt. Die Forschenden ermittelten durch multivariate logistische Regression unabhängige Hochrisikofaktoren für ein HCC und integrierten sie in ein Nomogramm. Anschließend wurde das neu etablierte Modell in einer externen Kohortenanalyse (1646 Patienten mit alkoholbedingter Lebererkrankung [ALD] aus dem Zeitraum 2019–2021) anhand einer Grenzwertoptimierungskurven-Analyse validiert. Eine ALD wurde auf der Grundlage eines anhaltenden starken Alkoholkonsums von mehr als 40 g/Tag bei Männern und 20 g/Tag bei Frauen über mehr als fünf Jahre sowie klinischer Hinweise auf eine Lebererkrankung und unterstützender Auffälligkeiten bei den Laborwerten diagnostiziert. Wie die Studienautoren berichten, ergab die Analyse im Trend einen offensichtlichen Anstieg von ALD in den vergangenen 17 Jahren. Die Zahlen des ALD-bedingten HCC stiegen deutlich von 5,8 auf 30,7 Prozent an, während das Hepatitis-B-Virus(HBV)-bedingte HCC von 77,6 auf 52,0 Prozent an anteiliger Häufigkeit abnahm. Bei Patienten mit ALD-bedingtem HCC (n=5119) wiesen 3816 (74,54%) eine HBV-Infektion auf, 493 (9,63%) Fälle eine Hepatitis-C-Virus(HCV)-Infektion und 71 (1,39%) litten an einer HBV/HCV-Koinfektion. In 739 (14,44%) Fällen lag weder eine HBV- noch eine HCV-Infektion vor. Mit einem höheren HCC-Risiko bei ALD-Patienten assoziiert waren die Jahre des Alkoholkonsums (Odds Ratio [OR] 1,009; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,000–1,017), das Patientenalter (OR 1,060; 95%-KI 1,051–1,069), ein Diabetes mellitus (OR 1,314; 95%-KI 1,123–1,538), eine HBV-Infektion (OR 4,905; 95%-KI 4,242–5,671), eine Leberzirrhose (OR 4,922; 95%-KI 3,887–6,232) sowie männliches Geschlecht (OR 17,011; 95%-KI 2,296–126,013). Das Nomogramm besaß einen Konkordanz-Index von 0,786 (95%-KI 0,773–0,799). Die Ergebnisse wurden sowohl in der internen als auch in der externen Kohorte erfolgreich validiert. Die Studienautoren räumen ein, dass ihre Arbeit zwar wertvolle Erkenntnisse liefert, aber auch Einschränkungen aufweist – wie ihren retrospektiven Charakter und die Notwendigkeit einer weiteren Validierung in größeren, prospektiven Studien. Darüber hinaus könnte die Einbeziehung anderer Faktoren wie Rauchen, Genetik und Ernährungsgewohnheiten das Vorhersagemodell weiter verbessern.
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