„Leere Klinikambulanzen“? KBV-Vorstand wundert sich über Selbstwahrnehmung der DKG7. Juli 2020 KBV-VorstandsvorsitzendeAndreas Gassen (li.) und KBV-Vize Stephan Hofmeister. (Foto: © Lopata/axentis.de) Äußerungen des Geschäftsführers der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, zur Rolle der ambulanten Versorgung in der Corona-Krise, haben beim Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Verwunderung ausgelöst. Die durch Baums Äußerungen ausgelöste Kritik fällt deutlich aus. „Es ist schon bemerkenswert, in welcher dreisten Art und vor allem mit welcher Unkenntnis Herr Baum versucht, die hervorragenden Leistungen der Vertragsärztinnen und Vertragsärzte in der Corona-Krise kleinzureden. Sechs von sieben Corona-Patienten werden in Deutschland ambulant versorgt. Das ist Herrn Baum offenbar entgangen. Ebenso, dass die Praxen Infektionssprechstunden und spezielle Hausbesuchsdienste anbieten oder ihre Patienten per Video versorgen, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen. Gassen ergänzt: „Dass die Ärzte in den Krankenhäusern teilweise vor leeren Betten standen und nicht wie in Italien oder Spanien die Intensivstationen mit Patienten gefüllt waren, die beatmet werden mussten, lag nicht zuletzt an der ausgezeichneten ambulanten Versorgung. Leer waren offenbar aber auch viele Notfallambulanzen. Noch im Mai klagten Klinikärzte, dass seit Beginn der Corona-Pandemie selbst Schlaganfall- und Herzinfarkt-Patienten nicht mehr zur Behandlung kämen. Auch die Zahl der Notfallpatienten im Krankenhaus sank um mehr als zehn Prozent. Der niedergelassene Schutzwall hat funktioniert.“ KBV-Vize-Chef Dr. Stephan Hofmeister appellierte an die Vernunft der DKG. „Statt das ewige Spiel ‚Wer ist der Beste?‘ zu spielen, sollte auch die DKG erkannt haben, dass Ärzte – egal, ob sie in einer Praxis oder einem Krankenhaus tätig sind – in Zeiten einer Pandemie zusammenarbeiten sollten. Das sollten unsere Patientinnen und Patienten von uns erwarten können.“
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