Leitlinie zu endoskopischen bariatrischen und metabolischen Adipositas-Therapien24. September 2024 © Halfpoint – stock.adobe.com (Symbolbild) Zu den Vorgehensweisen bei der Behandlung der Adipositas gehören die Änderung des Lebensstils, Medikamente sowie bariatrische und metabolische Operationen. Dabei wurden endoskopische bariatrische und metabolische Therapien (EBMT) in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und sind heute weltweit verbreitet. Die zunehmende Belastung durch Adipositas und den damit verbundenen Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Metabolischer Dysfunktion-assoziierter Steatotischer Lebererkrankung (MASLD) stellen weltweit ein stetig wachsendes Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Die derzeit gängigen EBMT werden in Geräte bzw. Verfahren unterteilt, die entweder auf Eingriffe am Magen oder am Dünndarm gerichtet sind. Eingriffe am Magen bewirken dabei in 1. Linie eine Gewichtsabnahme mit Auswirkungen auf den Stoffwechsel, während sich Dünndarm-bezogene Maßnahmen auf Stoffwechselzustände mit oder ohne eine Gewichtsabnahme konzentrieren. Dennoch gab es trotz des zunehmenden EBMT-Einsatzes in den letzten Jahren keine übergreifende Leitlinie für diesen Bereich. Eine gemeinsame aktuelle Leitlinie der ASGE (American Society for Gastrointestinal Endoscopy) und der ESGE (European Society of Gastrointestinal Endoscopy) beinhaltet nun eine evidenzbasierte Zusammenfassung mit verschiedenen Empfehlungen zur Rolle der EBMT im Rahmen der Adipositas-Behandlung. Die Leitlinie wurde anhand der GRADE(Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation)-Richtlinien erstellt und bewertet die Wirksamkeit und Sicherheit von EBMT-Geräten und -Verfahren, die derzeit über eine europäische CE-Kennzeichnung oder eine US-amerikanische FDA(Food and Drug Agency)-Zulassung verfügen oder die innerhalb von 5 Jahren vor der Erstellung des Dokuments zugelassen wurden. Die gemeinsame neue Leitlinie empfiehlt den Einsatz von EBMT im Allgemeinen in Verbindung mit einer Änderung des Lebensstils bei Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) von ≥30 kg/m2 oder mit einem BMI von 27,0–29,9 kg/m2 und ≥1 Adipositas-bezogenen Komorbidität. Darüber hinaus wird die Verwendung von Magenballons und Geräten zur endoskopischen Magenumformung (endoscopic gastric remodeling) in Verbindung mit einer Lebensstiländerung für diese Patientengruppe empfohlen. (bi) Autoren: Jirapinyo P et al. Korrespondenz: Alia Hadefi; [email protected] Studie: American Society for Gastrointestinal Endoscopy–European Society of Gastrointestinal Endoscopy guideline on primary endoscopic bariatric and metabolic therapies for adults with obesity Quelle: Endoscopy 2024;56(6):437–456. Web: https://doi.org/10.1055/a-2292-2494
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