Lipödem und Diabetes: DDG warnt vor Versorgungslücken18. November 2025 Foto: © mq-illustrations-1/stock.adobe.com Auf ihrer diesjährigen Jahrestagung rückte die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) die Wechselwirkungen von Lipödem und Diabetes in den Fokus und forderte ganzheitliche Versorgung. Treffen Lipödem und Diabetes zusammen, verschärfen hormonelle und stoffwechselbedingte Mechanismen die Situation im Alltag, in der Diagnostik und in der Therapie, betont die DGG. Die Gesellschaft fordert daher mehr Aufmerksamkeit und ein interdisziplinäres Behandlungskonzept. Das Thema wurde auf der Kongress-Pressekonferenz der Diabetes Herbsttagung 2025 in Mannheim beleuchtet. Versorgung braucht Sensibilität und Struktur Für die Behandlung des Lipödems gibt es inzwischen genauere diagnostische Kriterien und therapeutische Empfehlungen – etwa zu konservativen und operativen Maßnahmen, informiert die DDG. „Entscheidend ist eine geschlechtersensible, individuell angepasste Betreuung: Dazu gehören eine differenzierte hormonelle Anamnese, eine auf die Patientin zugeschnittene Schmerz-, Bewegungs- und Kompressionstherapie, psychosoziale Unterstützung sowie eine verständliche Aufklärung über alle Behandlungsoptionen – und eine individuell optimierte Diabetestherapie“, erklärt Prof. Claudia Eberle von der Universitätsmedizin Marburg und der Hochschule Fulda. Sie fügt hinzu: „Unser Ziel muss eine patientenzentrierte Versorgung sein, die medizinische, psychosoziale und praktische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt und Patientinnen und Patienten in allen Lebensphasen begleitet.“ Forschungslücken schließen, Qualität sichern Trotz wachsender Aufmerksamkeit bestehen Evidenzlücken – etwa zur Langzeitwirksamkeit von Therapien und zur Versorgungsrealität, heißt es weiter in der Pressemitteilung. „Wir benötigen nationale Register, klare Qualitäts- und Indikationskriterien und mehr geschlechtersensitive Versorgungsforschung“, betont Eberle. Dazu würde auch gehören, gendermedizinische Inhalte in Ausbildung und Weiterbildung zu verankern. Themenschwerpunkt auf Herbsttagung Das Thema „Zwei Blickwinkel, ein Thema: Diabetes und Lipödem zwischen Medizin und Erfahrung“ war Teil der Kongress-Pressekonferenz zur „Frauengesundheit – Herausforderungen in allen Lebensphasen“ und wurde auch im Rahmen eines eigenen Symposiums auf der Diabetes Herbsttagung 2025 vertieft. Dort sei deutlich geworden: Lipödem und Diabetes können sich gegenseitig beeinflussen – und verlangen ein individuelles Behandlungskonzept, das sowohl die Diabetes- und die Lipödemtherapie als auch Körper und Psyche gleichermaßen berücksichtigt. Das Ziel sollte laut DDG eine Versorgung sein, die Betroffene früh erreicht, Schmerzen lindert und den Alltag spürbar erleichtert. „Nur in der Interdisziplinarität kann eine optimierte Versorgung entstehen, die Frauen wirklich hilft“, fasst Eberle zusammen.
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