Liquid-Biopsy-Test beim Mammakarzinom: Gesellschaften mahnen zur Vorsicht1. März 2019 Mehrere onkologische und gynäkologische Fachgesellschaften mahnen vor zu großer Euphorie bezüglich des neuen Bluttests bei Brustkrebs. Der neue Bluttest auf Brustkrebs hat für Schlagzeilen gesorgt. Doch wie eine gemeinsame Stellungnahme mehrerer Fachgesellschaften hinweist, sei es allerdings noch zu früh, den Test als “Durchbruch” zu feiern. Der Bluttest namens HeiScreen wurde im Rahmen des Fortbildungskongresses FOKO für Gynäkologen Ende Februar in Düsseldorf vorgestellt. Bereits zu diesem Zeitpunkt äußerten sich einige Stimmen kritisch. Denn die in der offiziellen Pressemitteilung angegebenen Zahlen stammen aus einer nicht publizierten Kohortenstudie. Der Test ist darüber hinaus noch gar nicht zugelassen. Sowohl die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), als auch u.a. die Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie (AGO), die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) und die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) zeigen in einem gemeinsamen Statement eine vorsichtige Haltung gegenüber dem neuen Bluttest. Auf der einen Seite ist es aus ihrer Sicht besonders begrüßenswert, dass weiterhin im Bereich Liquid Biopsy geforscht werde. “Studienergebnisse aus Deutschland haben in der Vergangenheit die Wahrnehmung Deutschlands als aktiven Forschungsstandort insbesondere bei Brustkrebs und Genitalkarzinomen gestärkt”, heißt es etwa. Gleichzeitig verweisen die Gesellschaften jedoch darauf hin, dass die derzeit erhältlichen Daten nicht publiziert seien. Daher halten sie “Schlussfolgerungen über die Validität und den klinischen Nutzen für verfrüht und raten ausdrücklich davon ab, diagnostische oder therapeutische Entscheidungen basierend auf Blutuntersuchungen zu treffen, die nicht von nationalen oder internationalen Leitlinien empfohlen werden. Klinische Konsequenzen aus diesem Test sind bis dato nicht in Studien überprüft oder evaluiert worden.” Sie kritisierten die überwiegend positive Berichterstattung, die bei mangelnder Evidenzgrundlage unnötig Hoffnungen bei Betroffenen wecke, was nicht mit den von ihnen vertretenen Grundsätzen medizin-ethischer Verantwortung vereinbar sei. “Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass solche neuen Testverfahren weiterverfolgt werden sollten und erste Daten positiv erscheinen”, sind sich die Gesellschaften einig. “Ohne Vorliegen von Ergebnissen aus prospektiv randomisierten Multicenter-Studien an großen Patientinnengruppen und gesunden Kontrollen darf der Test jedoch nicht in der klinischen Routine genutzt werden.”
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