LMU: ERC Grant für Projekt EvoGutHealth12. Dezember 2019 Clostridioides difficile (Grafik: © nobeastsofierce/Adobe Stock) Vier Wissenschaftler haben erfolgreich zusammen mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) je einen Consolidator-Grant eingeworben. Eines der Forschungsprojekte betrifft das Darmmikrobiom. Die Auszeichnung ist mit einer Förderung von bis zu zwei Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren dotiert. Mit Consolidator Grants unterstützt der Europäische Forschungsrat (ERC) exzellente Nachwuchswissenschaftler dabei, ihre innovative Forschung weiter auszubauen und zu konsolidieren. Grundlage für die Entscheidung des ERC bei der Vergabe der prestigeträchtigen Grants ist die wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller sowie des beantragten Projekts. Die Mikrobiologin Bärbel Stecher, Professorin für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am Max von Pettenkofer-Institut der LMU, erforscht das Mikrobiom im Darm. Die Bakterienlinien, die den Darm bevölkern, können sich durch Mutationen rasant verändern, um sich den jeweiligen Bedingungen im Darm anzupassen. Doch über diese Evolution und ihre Bedeutung für die mikrobiellen Gemeinschaften und ihr Verhältnis zum menschlichen Wirt ist noch wenig bekannt. Es fehlten bislang geeignete Modellsysteme, um dies detailliert zu untersuchen. Mit ihrem Projekt EvoGutHealth will Stecher diese Lücke schließen: Sie arbeitet an einem definierten System aus nur wenigen Modellbakterien, mit dem sich analysieren lässt, wie sich eine mikrobielle Gemeinschaft in einem Wirt formt, wie mit der evolutiven Anpassung kollektive Stoffwechselaktivitäten entstehen, die schließlich in globale Mikrobiomfunktionen wie etwa den Schutz vor der Ansiedlung von Krankheitserregern münden. Bärbel Stecher hat Mikrobiologie, Genetik und Immunologie an der LMU studiert. Promoviert wurde sie an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Nach einer Station an der McMaster University in Hamilton, Kanada, und ihrer Postdoc-Zeit an der ETH Zürich kam sie 2010 an das Max von Pettenkofer-Institut der LMU und leitet dort seitdem die Forschungsgruppe „Mikrobiota und Infektionen“. 2011 wurde sie zur Professorin der LMU berufen. Die übrigen drei Consolidator-Grants gingen an die Archäologin Prof. Julia Budka, den Vulkanologen Corrado Cimarelli und den Molekularbiologen Ali Ertür, der das komplexe Netzwerk der Nervenzellen und dessen chronische Veränderungen nach traumatischen Hirnverletzungen, Schlaganfällen oder aufgrund von Alterungsprozessen untersucht.
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