Lockdowns verringerten die Immunität von Kindern17. Mai 2023 Foto: © mbt_studio – stock.adobe.com Die Lockdowns im Frühjahr 2020 und Winter 2020/21 haben bei Kindern zu einem deutlichen Rückgang der Inzidenz von Atemwegsinfektionen und damit zu verminderter Immunität geführt. Zu diesem Schluss kommen niederländische Wissenschaftler, die die Auswirkungen der Lockdowns auf das Auftreten pädiatrischer Atemwegserkrankungen analysiert und quantifiziert haben. Dazu werteten Matthijs D. Kruizinga vom Juliana Children’s Hospital in Den Haag, Niederlande, und Kollegen retrospektiv die Besuchs- und Aufnahmedaten von Notaufnahmen (ED) acht allgemeiner Krankenhäuser in den Niederlanden zwischen Januar 2017 und September 2021 aus. Aus den Daten extrahierten sie die erfassten Diagnosen und kategorisierten diese in „ansteckende Infektionskrankheit“, „alle Atemwegsinfektionen“, „Infektion der oberen Atemwege“, „Infektion der unteren Atemwege“ und „Asthma/Preschool Wheezing“). Die Inzidenz von Einweisungen und ED-Besuchen in den Jahren 2020 und 2021 verglichen die Autoren zudem mit der Inzidenz in den Jahren 2017 bis 2019. Dabei zeigte sich, dass die beiden Lockdowns zu einem maximalen Rückgang der ED-Besuche und Klinikeinweisungen um 61 Prozent bzw. 57 Prozent geführt hatten. Nach der Lockerung der Beschränkungen im Sommer 2021 wurde im Juli ein Gesamtanstieg der ED-Besuche um 48 Prozent und ein Gesamtanstieg der Einweisungen um 31 Prozent im Vergleich zu einem durchschnittlichen Juli der Jahre 2017 bis 2019 beobachtet. Dies war auf einen 381-prozentigen Anstieg der ED-Besuche und einen 528-prozentigen Anstieg der stationären Einweisungen aufgrund von Infektionen der Atemwege insgesamt zurückzuführen, hauptsächlich aufgrund von Infektionen der unteren Atemwege. „Die aufeinanderfolgenden Lockdowns im Frühjahr 2020 und Winter 2020/2021 bedingten einen Rückgang der Inzidenz übertragbarer Infektionen, insbesondere von Atemwegsinfektionen. Der daraus resultierende Mangel an pädiatrischer Immunität führte zu einem unerwarteten Zeitpunkt zu einem Anstieg der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen außerhalb der Saison. (ej)
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