Lokoregionale plus Immuntherapie beim HCC: Chance auf Langzeitüberleben bei Komplettremission18. Februar 2025 Bild: ©Crystal light – stock.adobe.com Werden Patienten mit lokal fortgeschrittenem Hepatozellulären Karzinom (HCC) mit einer kombinierten lokoregionalen Therapie (LRT) plus Immuntherapie (IO) behandelt, erreichen 42–50 % eine CR – das haben frühere Studien gezeigt. Doch welche Faktoren sagen eine CR vorher und wie sehen die Langzeitergebnisse ohne Operation und nach Absetzen der IO aus? Dieser Frage gingen Wissenschaftler um Prof. Chi-leung Chiang vom Shenzhen Hospital der University of Hong Kong in China nach. Sie beobachteten eine dauerhafte Remission, bei jenen mit radiologischer CR war ein langfristiges Überleben möglich. Das Vorgehen im Einzelnen: In ihre Kohortenstudie hatten die Autoren Patienten mit nichtresektablem HCC aufgenommen, die in 2 prospektiven Studien zwischen 01/2018 und 12/2022 nach einer LRT-IO eine CR erreichten. Der Zeitpunkt des Datenstichtags lag im Juni 2023. Eine radiologische CR definierte das Team gemäß RECIST. Alle Patienten wurden nach der CR ohne chirurgische Eingriffe engmaschig überwacht und die IO wurde abgesetzt. Wie Chiang und Kollegen ausführen, unterzogen sich alle Patienten einer stereotaktischen Körperbestrahlung (SBRT), gefolgt von einer Anti-PD-1- oder -PD-L1-Therapie; 49 hatten vor der SBRT eine Dosis transarterieller Chemoembolisation erhalten. Den Ergebnissen zufolge wurden insgesamt 63 Patienten aufgenommen (58 männlich [92,1 %]; medianes Alter 69 Jahre [Spanne 18–90]). Davon hatten 38 (60,3 %) eine makrovaskuläre Invasion und der mediane Tumordurchmesser lag bei 10 cm (Spanne 3,8–31,1). Das mediane Follow-up beziffern Chiang et al. auf 34,7 Monate (95 %- KI 6,5–64,6). Eine CR beobachteten sie bei 29 Patienten (46,0 %), einhergehend mit einer signifikant besseren 3-Jahres-OS-Rate als bei jenen, die keine CR erreichten (75,5 % [95 %-KI 58,2–98,3] vs. 28,1 % [95 %-KI 7,4–29,4]; P<0,001). Bei den 29 Patienten mit CR betrug die 3-Jahres-Rate der Time-to-Progression 58,7 % (95 %-KI 38,7–79,1) und die 3-Jahres-Rate der lokalen Kontrolle 90,5 % (95 %-KI 78,2–100). Ein Rezidiv dokumentierten die Wissenschaftler bei 10 Patienten (34,5 %), das bei 6 (60,0 %) mit solitärem Rezidiv der intrahepatischen Erkrankung kurativ chirurgisch behandelt wurde. Als Prädiktoren für eine CR erwiesen sich das Fehlen einer vaskulären Invasion des Tumors (OR 0,30; 95 %-KI 0,10–0,89) und eine Summe der größten Läsionsdurchmesser von ≤8 cm (OR 0,26; 95 %-KI 0,07–0,98). (sf) Autoren: Chiang CL et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Complete Response to Locoregional Therapy Plus Immunotherapy for Hepatocellular CarcinomaQuelle: JAMA Oncol 2024;10(11):1548–1553.Web: doi.org/10.1001/jamaoncol.2024.4085
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