Luftverschmutzung: Schädigung des Herzens besonders bei Menschen mit kardiorenal-metabolischem Syndrom

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Eine langfristige Belastung durch Luftverschmutzung erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich. Die größte Gefahr besteht für Personen, die bereits am kardiorenal-metabolischen (CKM) Syndrom leiden, wie eine neue Studie zeigt.

Forscher der Fudan-Universität (China) analysierten Daten von 3103 Teilnehmern der China Health and Retirement Longitudinal Study (CHARLS) über einen Zeitraum von vier Jahren. Sie stellten fest, dass mit jedem Anstieg der Feinstaubbelastung (PM2,5) und der Grobstaubbelastung (PM2,5–10) um 10 μg/m³ die Wahrscheinlichkeit, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, um etwa 10 Prozent steigt.

Die Studie ist nach Angaben der Autoren die erste, die zeigt, dass das CKM-Syndrom dieses Risiko signifikant verändert. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „The Innovation Medicine“ veröffentlicht.

Zusammenhang mit Brennstoffen zum Kochen

„Wir beobachteten einen deutlichen Gradienten: Personen in fortgeschrittenen CKM-Stadien waren deutlich anfälliger für die schädlichen kardiovaskulären Auswirkungen der Luftverschmutzung“, berichtet Co-Autor Dr. Cong Liu. „Dies deutet darauf hin, dass die CKM-Stadieneinteilung ein wirksames Instrument sein könnte, um gefährdete Bevölkerungsgruppen zu identifizieren und präzise Präventionsstrategien zu entwickeln“, fügt er hinzu.

Die in China durchgeführte Studie deckte zudem einen unerwarteten Zusammenhang mit Brennstoffen zum Kochen auf: „Ein stärkerer Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Herzerkrankungen wurde bei Personen festgestellt, die ‚saubere‘ Brennstoffe wie Gas oder Strom verwenden“, erklärt Liu. „Dies könnte daran liegen, dass diese Haushalte einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung haben, was zu höheren Diagnosequoten führt, oder dass der relative Beitrag der Innenraumluftverschmutzung geringer ist, wodurch die Auswirkungen der Außenluftverschmutzung deutlicher sichtbar werden.“

Beschleunigte biologische Alterung

Die Forscher fanden zudem heraus, dass beschleunigte biologische Alterung fast neun Prozent des durch Feinstaub (PM2,5) bedingten Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermittelt. „Luftverschmutzung scheint den Alterungsprozess des Körpers auf molekularer Ebene zu beschleunigen, was wiederum das Risiko für Herzerkrankungen erhöht“, erklärt Erstautor Yuan Liu. „Dies stellt einen biologischen Zusammenhang zwischen Umwelt und chronischen Krankheiten dar“, fährt er fort.

Die Ergebnisse unterstreichen laut den Wissenschaftlern die Notwendigkeit strengerer Luftqualitätsstandards und gezielter Gesundheitsmaßnahmen für Menschen mit CKM-Syndrom.

(ri/BIERMANN)

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