Luftverschmutzung und globale Krankheitslast (1990–2015)23. August 2017 Symbolbild Luftverschmutzung © Ralf Geithe – fotolia.com Luftverschmutzung hat im Jahr 2015 erheblich zur globalen Krankheitslast beigetragen, wie aus einer aktuellen Untersuchung hervorgeht. Diese weltweit betrachtete Krankheitslast habe im Verlauf der vergangenen 25 Jahre zugenommen. Die Gründe dafür sehen Wissenschaftler neben der steigenden Lebenserwartung der Menschen sowie Veränderungen in den Raten nicht übertragbarer Krankheiten eben auch in einer immer stärker werdenden Luftverschmutzung in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen. Die internationale Gruppe von Studienautoren um Erstautor Dr. Aaron J. Cohen vom Health Effects Institute in Boston hatte die räumlichen und zeitlichen Trends in Bezug auf die Mortalität und Krankheitslast in Zusammenhang mit Luftverschmutzung für die Jahre 1990–2015 auf globaler, regionaler und Länderebene untersucht. Im Fokus standen dabei das jeweilige relative Mortalitätsrisiko aufgrund chronisch-obstruktiver Lungenerkrankungen, Lungenkrebs und Infektionen der unteren Atemwege neben ischämischen Herzerkrankungen und zerebrovaskulären Krankheiten. Die Forscher stellten fest, dass die Feinstaubkonzentration (PM2,5) in der Umwelt im Jahr 2015 auf der Liste der Risikofaktoren für Mortalität auf dem 5. Platz lag. Die Feinstaubexposition verursachte der Analyse zufolge 4,2 Millionen Todesfälle (95 %-Unsicherheitsintervall [UI] 3,2–4,8.) sowie 103,1 Millionen Beeinträchtigungs-adjustierte Lebensjahre (disability-adjusted life-years [DALY]; 95 %-UI 90,8–115,1 Mio.). Dem entsprachen 7,6 % aller Todesfälle weltweit und 4,2 % der globalen DALY, 59 % davon in Ost- und Südasien. Todesfälle, die auf eine Umweltbelastung durch Feinstaub zurückzuführen waren, nahmen von 3,5 Millionen in 1990 (99 %-UI 3–4) auf 4,2 Millionen zu (95 %-UI 3,7–4,8). Ozon verursachte in 2015 weitere 254.000 Todesfälle (95 %-UI 97.000–422.000) und führte zu einem Verlust von 4,1 Millionen DALY (95 %-UI 1,6–6,8) aufgrund einer chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit. Autoren: Cohen AJ et al. Korrespondenz: Dr. Aaron J. Cohen, Health Effects Institute, Boston, MA 02110-1817, USA; [email protected] Studie: Estimates and 25-year trends of the global burden of disease attributable to ambient air pollution: an analysis of data from the Global Burden of Diseases Study 2015 Quelle: Lancet 2017;389(10082):1907–1918. Web: www.thelancet.com/journals/lancet
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