Lungenbiopsie: Kryosonde erhöht diagnostische Ausbeute im Vergleich zur Standardzange

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In einer neuen Studie hat sich die diagnostische Ausbeute der transbronchialen Lungenbiopsie bei Patienten mit Lungenrundherden oder -tumoren, kürzlich erfolgter Lungentransplantation und diffuser parenchymaler Lungenerkrankung als signifikant höher erwiesen, wenn eine Kryosonde anstelle einer Zange verwendet wurde.

In der randomisierten FROSTBITE-2-Studie fiel die diagnostische Ausbeute bei transbronchialer Biopsie mit einer 1,1-mm-Kryosonde um fast 10 Prozentpunkte höher aus als mit einer 2,0-mm-Zange (88,6% vs. 78,8%). Der Unterschied war besonders groß bei Patienten mit Lungenrundherden oder -tumoren (83,2% vs. 70,1%). In einer sekundären Sicherheitsanalyse kam es in der Gruppe mit Zangenbiopsie zu vier Pneumothoraces, die eine Thoraxdrainage erforderten (1,6%). In der Kryosondengruppe trat kein Pneumothorax auf. Auch kam es nicht zu signifikanten Blutungen oder zu einer Ateminsuffizienz.

Intakte Proben erhöhen Genauigkeit der Diagnose und eine präzise Diagnose spart Zeit

„Eine strukturell intakte, ausreichend große Gewebeprobe aus einem gezielten Bereich der Lunge erhöht die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Diagnose“, unterstreicht Dr. Fabien Maldonado, Professor für Innere Medizin und Thoraxchirurgie sowie Direktor der Interventionellen Pneumologie am Vanderbilt Lung Institute in Nashville (USA). „Genau das streben wir bei jeder transbronchialen Lungenbiopsie an.“

Fabien Maldonado vom Vanderbilt Lung Institute. (Bildnachweis: Vanderbilt Health)

Maldonado ergänzt: „Wir suchen ständig nach Möglichkeiten, diese Verfahren zu verbessern, denn eine präzise Diagnose spart Zeit und kann dazu beitragen, dass Patienten schneller die benötigte Behandlung erhalten. Die Evaluierung der von uns verwendeten Instrumente, insbesondere im Hinblick auf Innovationen in diesem Bereich, ist ein wichtiger Forschungsansatz.“ Der Mediziner betont, dass Patienten mit bekannten oder vermuteten Lungenerkrankungen Anspruch auf die bestmöglichen Diagnoseverfahren haben, damit sie und ihre Behandlungsteams klare Erkenntnisse über den Zustand der Lunge erhalten und fundierte Behandlungsentscheidungen treffen können.

Frühere Studien, in denen eine 1,9-Millimeter-Kryosonde verwendet wurde, lieferten größere Lungengewebeproben in höherer Qualität, ohne die Probe zu quetschen. Allerdings traten auch mehr Blutungen und Pneumothorax-Ereignisse auf. In der FROSTBITE-2-Studie wurde eine 1,1-Millimeter-Kryosonde verwendet. Diese ist, anders als die größeren Sonden, klein genug, um die Biopsieprobe durch den Arbeitskanal zu entnehmen, ohne das Endoskop entfernen zu müssen. Dies erhöhe die Sicherheit, heißt es in einer Mitteilung des Vanderbilt University Medical Center anlässlich der Veröffentlichung der neuen Arbeit.

Bestimmte Chargen der Kryosonde wurden nach Angaben des Zentrums im März dieses Jahres aufgrund von Berichten über Rupturen oder ein Bersten während der Aktivierung von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zurückgerufen (Klasse I). In der nun vorgestellten Studie wurden keine derartigen Ereignisse beobachtet.

Die Untersuchung wurde unter der Schirmherrschaft der Interventional Pulmonary Outcomes Group durchgeführt, einem internationalen Netzwerk klinischer Experten, das sich der Verbesserung der Patientenversorgung in der interventionellen Pneumologie durch multizentrische klinische Studien und Forschung widmet. Maldonado ist stellvertretender Vorsitzender dieser Gruppe.

Neun medizinische Zentren in den USA waren an der in „JAMA“ publizierten Studie beteiligt. Die eingeschlossenen Patienten waren mindestens 18 Jahre alt und waren wegen Lungenrundherden oder -tumoren, einer Lungentransplantation oder einer diffusen parenchymalen Lungenerkrankung für eine transbronchiale Biopsie vorgesehen. Fünfhundert Patienten wurden randomisiert entweder der 1,1-Millimeter-Kryosonde oder der 2,0-Millimeter-Biopsiezange zugeteilt.

Weitere Untersuchungen: FROSTBITE-3 schon gestartet

„Diese vielversprechenden Ergebnisse bringen uns der Entwicklung noch sichererer, genauerer und effektiverer Verfahren für diese lebenswichtigen Diagnoseverfahren einen Schritt näher“, erklärt Dr. Robert Lentz, außerordentlicher Professor für Innere Medizin und Thoraxchirurgie bei Vanderbilt Health. „Unser Team führt derzeit FROSTBITE-3 durch, eine randomisierte, kontrollierte Studie, in der die 1,1-Millimeter-Kryosonde mit Instrumenten für Lymphknotenbiopsien verglichen wird. Ziel ist es, festzustellen, ob dieses neue Instrument die molekulare Diagnostik bei Patienten mit Lungenkrebs verbessern kann.“

Die FROSTBITE-2-Studie ist eine von Untersuchern initiierte Studie. Sie wurde von Erbe finanziert, einem international tätigen Unternehmen, das chirurgische Systeme entwickelt, herstellt und vermarktet. Der Geldgeber hatte keinen Einfluss auf die Studienplanung oder die Datenerhebung.