Lungenkrebs-Screening bietet Chance zur Tabakentwöhnung

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Ein Lungenkrebs-Screening (LCS) kann und sollte als „Teachable Moment“ genutzt werden, um Raucher vom Tabakkonsum zu entwöhnen. Bessere Voraussetzungen dafür werden geschaffen, wenn den Screening-Teilnehmern ein Zugang zu relevanten Behandlungen angeboten wird. In einer randomisierten klinischen Studie hat eine Arbeitsgruppe aus den USA entsprechende Komponenten identifiziert.

Erwachsene (Alter 50–80 Jahre), die zwischen April 2019 und Juni 2023 an einem von 11 ambulanten Bildgebungszentren an einem LCS teilnahmen, wurden in 8 Gruppen aufgeteilt. Die Probanden erhielten entsprechend eine telemedizinische Beratung von unterschiedlicher Dauer (4 Sitzungen über 4 Wochen vs. 8 Sitzungen über 12 Wochen), eine unterschiedlich lange Nikotinersatztherapie (NRT; 2 vs. 8 Wochen), das Angebot eines Screenings auf soziale Gesundheitsdeterminanten (SDOH) bzw. eine Überweisung an tabakentwöhnungsunterstützende Dienste vor Ort (ja oder nein). Primärer Endpunkt der Untersuchung war eine 7-tägige Tabakabstinenz – nach Angaben der Probanden selbst – bei der Nachuntersuchung nach 6 Monaten.

An der Studie und der Randomisierung nahmen 642 Personen teil. Das Durchschnittsalter lag bei 64 Jahren (SD 6,5), 358 (55,8%) waren Frauen. Als Schwarze identifizierten sich 67 (10,4%) Personen, 47 (7,3%) betrachteten sich selbst als Hispano­amerikaner und 540 (84,1%) als Weiße. Knapp 1/3 der Probanden (207 [32,3%]) besaß höchstens einen High-School-Abschluss. Die Studienteilnehmer kamen im Mittel auf einen Tabakkonsum von 36,3 (SD 19,4) Packungsjahren und rauchten dabei durchschnittlich 16,2 (SD 8,2) Zigaretten pro Tag. Knapp 2/3 der Probanden (484 [75,4%]) griffen üblicherweise innerhalb von 30 min nach dem Aufwachen bereits zur Zigarette.

Nach 6 Monaten schätzten die Wissenschaftler die 7-Tage-Abstinenz von Personen mit 8 bzw. 4 angebotenen und absolvierten Beratungssitzungen als höher ein als bei den übrigen (17,3% vs. 11,7%; Risikodifferenz 5,6; 95%-KI 0,1–11,0; p=0,045). Keine signifikanten Unterschiede in diesem Kontext konnten die Wissenschaftler bei der Dauer der Nikotinersatztherapie oder dem Angebot eines SDOH-Screenings bzw. einer Überweisung zu einer lokalen Entwöhnungsunterstützung erkennen. In Abschlussinterviews sprachen sich die Teilnehmer für mehr Beratung und eine bessere Medikamentenauswahl aus und nannten Gründe und Hindernisse, die für sie gegen die Teilnahme am SDOH-Screening gesprochen hatten.

Fazit
In der Studie erzielte ein integriertes, zentralisiertes Tabakentwöhnungsprogramm mit längerer Beratungsdauer nach 6 Monaten eine höhere Tabakabstinenz. (ac)

Autoren: Park ER et al.
Korrespondenz: Elyse R. Park; [email protected]
Studie: Integrating Tobacco Treatment Into Lung Cancer Screening: The Screen Assist Factorial Randomized Clinical Trial
Quelle: JAMA Intern Med 2025;185(5):531–539.
Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2024.8399