Machtwort rettet Schlaganfall-Mobile vor dem Aus26. September 2019 Blick in ein Schlaganfallmobil, das am Unfallkrankenhaus Berlin stationiert ist (Bild: Unfallkrankenhaus Berlin) Nach den Plänen des Berliner Innenausschusses, den Einsatz von Schlaganfallmobilen (STEMOs) in Berlin einzustellen, hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) ein Machtwort gesprochen. Er habe “unmissverständlich deutlich gemacht, dass das Projekt bis mindestens 2021 weitergeführt wird”, wie der “Tagesspiegel” berichtet. Zur Entscheidung der Vertreter der Koalitionsfraktionen im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, keine Gelder mehr für das Schlaganfall-Mobil (STEMO) in den Doppelhaushalt 2020/2021 einzustellen, hatte der gesundheitspolitische Sprecher, Dr. Wolfgang Albers, erklärt: “Die aktuelle Auswertung des Projekts durch die Charité zeigt, dass der therapeutisch wichtige Zeitgewinn für die Patienten vom Auftreten der Symptomatik bis zum Beginn der Therapie im Vergleich zum herkömmlichen Transport mit dem RTW maximal bei 16 Minuten liegt. Ein möglicher medizinischer Vorteil für die Betroffenen aus diesem minimalen Zeitgewinn konnte bisher durch die Begleitstudien nicht abgeleitet werden.” Weil für die Berliner Krankenkassen eine entsprechende Bedarfsnotwendigkeit nicht nachgewiesen war und außerdem erhebliche Zweifel an der Bedarfs- und Fachgerechtigkeit des Einsatzes solch spezialisierter Fahrzeuge bestanden, hatten diese schon 2015 definitiv die Übernahme der Anschlusskosten für dieses Projekt abgelehnt. “In diesem Zusammenhang stellte sich für uns nun die Frage, ob das ohnehin zeitlich befristete Forschungsprojekt zum Einsatz eines Stroke-Mobils im Rettungsdienst eines Stadtstaats wie Berlin ein zweites Mal verlängert und mit mehr als drei Millionen Euro pro Jahr weiter finanziert werden sollte. Warum dann eigentlich nur solche Fahrzeuge für Schlaganfallpatienten? Wir standen vor einer Grundsatzfrage und haben uns nach intensiver Diskussion und Auswertung aller Unterlagen gegen den weiteren Einsatz solcher hochspezialisierten Einsatzfahrzeuge im Rettungsdienst entschieden.” Stattdessen sollen durch neue und zusätzliche Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr berlinweit die Voraussetzungen geschaffen werden, die ehrgeizige Zielsetzung von acht Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes für jeden Berliner zu garantieren, so die Pläne der Koalition.
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