Magenkrebs: Genetisches Risiko durch gesunden Lebensstil reduzieren19. Februar 2021 © Maridav – stock.adobe.com (Symbolbild) Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse und prospektiven Kohortenstudie belegen, dass Chinesen mit einem erhöhten Risiko für Magenkrebs mithilfe eines neu entwickelten polygenen Risikoscores identifiziert werden können. Ein hohes genetisches Risiko lasse sich durch einen gesunden Lebensstil reduzieren, berichten Prof. Guangfu Jin von der Nanjing Medical University in Nanjing, China, und Kollegen. Zunächst führten die Autoren anhand von 6 unabhängigen genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) mit einem Fall-Kontroll-Design eine Fixed-Effects-Metaanalyse des Zusammenhangs zwischen genetischen Varianten und Magenkrebs durch. Diese GWAS umfassten 21.168 Han-Chinesen, von denen 10.254 Magenkrebs hatten, 10.914 Kontrollen aus den gleichen Regionen hingegen nicht. Unter Verwendung zusammenfassender Statistiken aus der Metaanalyse erstellten die Autoren 5 polygene Risikoscores für Magenkrebs für einer Spanne von Schwellenwerten. Sie wendeten diese Ergebnisse dann auf eine unabhängige, prospektive, landesweite Kohorte von 100.220 Personen der China Kadoorie Biobank (CKB) mit mehr als 10 Jahren Follow-up an. Dabei bewerteten sie das relative und absolute Risiko für neu auftretenden Magenkrebs im Zusammenhang mit Faktoren eines gesunden Lebensstils (Nichtrauchen, nie Alkohol trinken, geringer Verzehr konservierter Lebensmittel und häufiger Verzehr von frischem Obst und Gemüse). Zudem stratifizierten sie nach dem genetischem Risiko. Als günstiger Lebensstil galt die Einhaltung aller 4 Faktoren, als mittelmäßiger von 2–3 Faktoren und als ungünstig von 0–1 Faktoren. Wie das Team feststellte, zeigte der aus 112 Einzelnukleotidpolymorphismen abgeleitete polygene Risiko-Score die stärkste Assoziation mit dem Magenkrebsrisiko. Als dieser polygene Risiko-Score auf die CKB-Kohorte angewendet wurde, zeigte sich, dass das relative Risiko für neu auftretenden Magenkrebs über die Quintilen des polygenen Risikoscores hinweg signifikant anstieg (pTrend<0,0001). Gegenüber Personen mit niedrigem genetischen Risiko hatten jene mit mittlerem und hohem genetischen Risiko ein höheres Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Einen ähnlichen Anstieg des relativen Magenkrebs-Risikos beobachteten die Autoren in allen Lebensstilkategorien (pTrend<0,0001). Dabei war das Risiko bei Personen mit einem ungünstigen Lebensstil höher als bei jenen mit einem günstigen. Außerdem kristallisierte sich heraus, dass Personen mit hohem genetischen Risiko und günstigem Lebensstil ein geringeres Magenkrebsrisiko als jene mit hohem genetischen Risiko und ungünstigem Lebensstil hatten. Fazit Chinesische Personen mit einem erhöhten Risiko für Magenkrebs können mithilfe eines polygenen Risikoscores identifiziert werden. Im Vergleich zu Personen mit einem hohen genetischen Risiko und einem ungesunden Lebensstil können Krebspatienten mit einem gesunden Lebensstil ihr Risiko für Magenkrebs erheblich verringern, resümieren die Studienautoren. (sf) Autoren: Jin G et al. Korrespondenz: Hongbing Shen; [email protected] Studie: Genetic risk, incident gastric cancer, and healthy lifestyle: a meta-analysis of genome-wide association studies and prospective cohort study Quelle: Lancet Oncol 2020;21(10):1378-1386. Web: https://doi.org/10.1016/S1470-2045(20)30460-5
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