Magenkrebsprävention: Langfristige Effekte einer Helicobacter-pylori-Eradikation2. Dezember 2022 © peterschreiber.media – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Infektion mit Helicobacter pylori gilt als wichtigster Risikofaktor für Magenkrebs. Ziel einer chinesischen Studie war die Untersuchung langfristiger Auswirkungen einer H.-pylori-Eradikationstherapie auf die Inzidenz und Mortalität von Magenkrebs in einer Hochrisikopopulation. Die Interventionen und Datenerhebungen dieser Studie wurden im Juli 1994 in einem Hochrisikogebiet in Südchina begonnen. Insgesamt 1630 asymptomatische, mit H. pylori infizierte Personen wurden nach dem Zufallsprinzip einer 3-Fach-Standardtherapie zur H.-pylori-Eradikation (n=817) oder Placebo (n=813) zugeteilt und bis Dezember 2020 beobachtet. Primäres Ergebnis war die Inzidenz von Magenkrebs. Die Gesamtmortalität und die ursachenspezifische Mortalität waren die sekundären Ergebnisse. Während der 26,5-jährigen Nachbeobachtungszeit wurde bei 21 Teilnehmern (2,57%) in der Behandlungsgruppe und bei 35 (4,31%) in der Placebogruppe Magenkrebs diagnostiziert. Bei den Teilnehmern, die eine H.-pylori-Behandlung erhalten hatten, konnte eine niedrigere Magenkrebs-Inzidenz festgestellt werden vs. Placebo-Teilnehmer (HR 0,57; 95%-KI 0,33–0,98). Eine deutlichere Risikoreduktion wurde bei Personen ohne prämaligne gastrische Läsionen (HR 0,37; 95%-KI 0,15–0,95) und bei Personen ohne Dyspepsie-Symptome zu Studienbeginn (HR 0,44; 95%-KI 0,21–0,94) beobachtet. Im Vergleich zu den 32 Fällen von Magenkrebs, die bei 527 Teilnehmern mit persistierender H.-pylori-Infektion in der Placebogruppe beobachtet wurden, konnten bei 625 Probanden mit erfolgreicher Eradikation in der Behandlungsgruppe nur 16 Fälle festgestellt werden (HR 0,46; 95%-KI 0,26–0,83). Bei keinem der Mortalitätsendpunkte gab es jedoch statistisch signifikante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Fazit Diese Studie deutet nach Ansicht der Autoren darauf hin, dass die Eradikation von H. pylori einen langfristigen Schutz vor Magenkrebs in Hochrisikopopulationen bieten könnte, besonders bei infizierten Personen ohne präkanzeröse Läsionen zu Studienbeginn. (bi) Autoren: Yan L et al. Korrespondenz: Jianshun Chen; [email protected] Studie: Effect of Helicobacter pylori Eradication on Gastric Cancer Prevention: Updated Report From a Randomized Controlled Trial With 26.5 Years of Follow-up Quelle: Gastroenterology 2022;163(1):154–162.e3. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2022.03.039
Mehr erfahren zu: "Forschende erzielen möglichen Durchbruch bei antiviralen Medikamenten" Forschende erzielen möglichen Durchbruch bei antiviralen Medikamenten Eine unerwartete Beobachtung einer Forscherin der University of Queensland (Australien) könnte zu einer neuen Behandlungsmethode für virale Infektionskrankheiten führen – darunter COVID-19, Lungenentzündungen bei Säuglingen oder Ebola.
Mehr erfahren zu: "Bundesumweltminister Schneider will Grundgesetz für Hitzeschutz ändern" Bundesumweltminister Schneider will Grundgesetz für Hitzeschutz ändern Der Bundesumweltminister will dem Bund mehr Handlungsspielraum beim Umgang mit steigenden Temperaturen geben. Der Weg dahin wäre aber gar nicht so einfach.
Mehr erfahren zu: "HIV: Fibrosen im Fettgewebe könnten höheres Risiko für Typ-2-Diabetes erklären" HIV: Fibrosen im Fettgewebe könnten höheres Risiko für Typ-2-Diabetes erklären Eine aktuelle US-Studie liefert neue Erklärungen dafür, warum Menschen mit HIV auch bei erfolgreicher antiretroviraler Therapie und supprimierter Viruslast ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes aufweisen. Grund könnten mehr Fibrosen im […]