Makrophagen wandern bei Infektionssignalen aus dem Bindegewebe ins Urothel28. Juni 2019 Makrophage. Foto: Juan Gärtner – Fotolia.com Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen haben erforscht, wo die Makrophagen im Gewebe der Harnwege sitzen und auf welche Signale sie reagieren. Erkenntnisse hierüber könnten zukünftig dazu beitragen, diese bei besonders schwerwiegenden Infektionen gezielt zu stimulieren. Bakterielle Infektionen der Harnwege sind lästig, gehen aber in der Regel schnell vorbei. Dafür sorgen Makrophagen, die sogenannten Fresszellen, die Krankheitserreger eliminieren und so die Ausbreitung von Infektionen und daraus resultierenden Gewebeschäden reduzieren. Erfüllen die Makrophagen ihre Aufgabe nicht optimal, kommt es zu wiederkehrenden Blasenentzündungen. Das Essener Wissenschaftlerteam fand heraus, dass die Fresszellen im Bindegewebe der Harnblase zu finden sind. Im Falle einer Infektion schütten die Epithelzellen der Harnblase Lockstoffe aus, wodurch die Makrophagen schnellstmöglich an den Ort der Infektion wandern. „Durch diese Wanderung, wir sprechen hier von einer Relokation, halten die Makrophagen die Barrierefunktion des Epithels aufrecht und verhindern eine anhaltende beziehungsweise wiederkehrende Harnwegsinfektion“, sagt Prof. Daniel Engel, Leiter der Abteilung Immunodynamics am Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung am Universitätsklinikum Essen. Mikroskopischer Spaziergang durch die Proteinlandschaft Ihm ist es mit seiner Arbeitsgruppe erstmals gelungen, diesen Vorgang räumlich sichtbar zu machen. „Wir haben massenspektrometrische Analysen (MALDI-MSI) durch einen Algorithmus mit modernster Multiplexmikroskopie kombiniert und so die Proteinlandschaft bei einer Harnwegsinfektion untersucht. Durch diese neue Methodik konnten wir die Signale für die Relokation der Makrophagen entschlüsseln. Unser Ziel ist es, durch diese Befunde schwerwiegende und wiederkehrende Infektion bekämpfen zu können.“ Das Forscherteam hat seine Studie nun bei “biorxiv” (ausgesprochen: Bioarchive), einem jungen, freien Online-Archiv für noch nicht publizierte Vorabdrucke in den Biowissenschaften, veröffentlicht. Durch diese Art der Vorab-Publikation können sie ihre Erkenntnisse der weltweiten wissenschaftlichen Gemeinschaft sofort zur Verfügung stellen und unmittelbar Rückmeldung erhalten. Nach diesem Prozess werden die Studien bei wissenschaftlichen Journalen eingereicht und der Peer-Review Prozess gestartet. (Universitätsmedizin Essen / ms)
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