Mannosehaltiges Molekül soll Harnwegsinfektionen bekämpfen14. Dezember 2018 Bakterien haften sich mit ihren Fimbrien an der Blasenschleimhaut an. Grafik: Henrie – Fotolia.com Die US-amerikanische Firma Fimbrion Therapeutics aus St. Louis, Missouri, hat laut eigener Mitteilung gemeinsam mit dem Unternehmen GSK ein Medikament gefunden, das die Anheftung von Bakterien an die Blasenwand verhindert. Bei der neu entdeckten niedermolekularen Verbindung handelt es sich um ein mannosehaltiges Molekül, das ein Haftprotein namens FimH innerhalb von Bakterien angreift. Dies stellt eine neue Strategie für die Behandlung bakterieller Infektionen dar, durch die ein Anhaften der Bakterien, die Harnwegsinfektionen verursachen, an die Blasenwand verhindert wird, wodurch der Körper die Infektion auf natürlichem Weg bekämpfen kann. Da diese mannosehaltige Verbindung die Bakterien nicht abtötet, ist es unter Umständen möglich, Harnwegsinfektionen ohne das Entstehen einer Resistenz zu behandeln oder gar nicht erst entstehen zu lassen, hoffen die Forschungspartner. Die Hauptursache für Harnwegsinfektionen sind gramnegative Bakterien. Behandlungsmethoden für Harnwegsinfektionen und weitere Infektionen, die durch gramnegative Bakterien hervorgerufen werden, wurden aufgrund der Zunahme der Antibiotikaresistenzen zunehmend rarer. In den Vereinigten Staaten gibt es jedes Jahr mehr als zwanzig Millionen Harnwegsinfektionen. “Wir sind hocherfreut, dass wir diesen Meilenstein in der Verbindungsfindung mit GSK gehen konnten”, sagte Dr. Scott Hultgren, Mitbegründer und Vorstandsmitglied von Fimbrion. Hultgren ist der Hauptuntersuchungsleiter für die Zusammenarbeit mit GSK. Fimbrion und GSK begannen ihre gemeinsame Forschungsarbeit im Juli 2016. Zur Entdeckung neuer Wirkstoffe hat GSK die Abteilung Discovery Partnerships with Academia (DPAc) aufgebaut. DPAc stellt Beziehungen zu Wissenschaftlern für die Entwicklung neuer Medikamente her. Ziel ist es, die Kreativität der Wissenschaft mit dem Know-how, den Fähigkeiten und den Ressourcen aus dem Bereich der Medikamentenentwicklung zusammen zu bringen. (Fimbrion/ms)
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