Maßgeschneiderte Orthesen aus dem 3-D-Drucker2. März 2022 Das Team „3Digity“. Von links: Mentor Arndt Schilling, Miguel Bravo, Claudio Garcia und Julie Kux (Foto: Michaela Hundertmark) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben für eine mögliche Ausgründung im Medizintechnik-Bereich eine Fördersumme in Höhe von über einer Million Euro eingeworben. Mit diesem Betrag unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in den kommenden zwei Jahren Personal- und Sachausgaben des Projekts „3Digity“, vermeldet die UMG. Den Angaben zufolge entwickelt 3Digity individualisierte, robotische Orthesen zur Handrehabilitation. Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten sowie dem behandelnden Personal eine neue Form der Handrehabilitation zur Verfügung stellen. Dafür wird die Hand digital vermessen und mithilfe dieser Daten werden automatisiert maßgeschneiderte Orthesen gefertigt. Diese können durch 3-D-Druck innerhalb kürzester Zeit in einen Rehabilitationsprozess integriert werden. Hinter 3Digity steht ein vierköpfiges Forschungsteam, das neben praktischer Erfahrung aus der Medizintechnik auch Expertise aus der Physiotherapie und der Betriebswirtschaft mitbringt. „Unser Ziel ist, die Technologie in den Markt zu bringen und ein Unternehmen auszugründen“, sagt Projektleiter Claudio Garcia. Fachlicher Mentor des Teams ist Prof. Arndt Schilling, Leiter Forschung und Entwicklung der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der UMG. „Das Projekt hat großes Potenzial. Wir erwarten, dass durch 3Digity Patientinnen und Patienten schneller und besser behandelt werden können“, so Schilling. Der Transfer & Startup Hub der Universität Göttingen, der das Projekt während des Antragsverfahrens begleitete, wird das Team auch weiterhin unterstützen. „Die Förderung ist ein wichtiger Anschub für uns: Sie ermöglicht es uns, nun mit dem notwendigen Zertifizierungsprozess und der Vorbereitung einer klinischen Studie zu starten“, sagt Teammitglied Dr. Julie Kux. Hintergrund: Mit EXIST-Forschungstransfer sollen Forschungsergebnisse, die das Potenzial besitzen, Grundlage einer Unternehmensgründung zu werden, zunächst in der wissenschaftlichen Einrichtung – einer Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung – weiterentwickelt werden. So soll geprüft werden, dass die prinzipielle technische Machbarkeit der Produktidee sichergestellt ist und eine Gründung erfolgen kann. Nach anderthalb Jahren muss das Unternehmen gegründet sein, um die zweite Förderphase beantragen zu können.
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