Mediterrane Ernährungsmuster mit niedrigeren Darmentzündungswerten assoziiert24. März 2023 © Sunny studio – stock.adobe.com (Symbolbild) Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass die Ernährungsweise das Risiko beeinflussen kann, an Morbus Crohn zu erkranken. Kanadische Wissenschaftler des nationalen Crohn’s and Colitis Forschungskonsortiums stellten in diesem Zusammenhang die Hypothese auf, dass langfristige Ernährungsmuster mit der Zusammensetzung des Darmmikrobioms und einer Darmentzündung assoziiert sein könnten. Ziel der aktuellen Studie war es daher, in einer Kohorte, bestehend aus gesunden Verwandten 1. Grades von M.-Crohn-Patienten, Ernährungsmuster zu identifizieren, und zu bewerten, ob diese mit Veränderungen in der Zusammensetzung des Darmmikrobioms und subklinischen Werten einer Darmentzündung assoziiert sind. Die Forscher rekrutierten hierzu 2289 gesunde Verwandte 1. Grades von M.-Crohn-Patienten. Die Teilnehmer der Studie gaben Stuhlproben ab und beantworteten einen validierten Fragebogen, der ihre Ernährungsgewohnheiten im Jahr vor der Probenentnahme widerspiegelte. Aus den Untersuchungen ergab sich, dass eine der mediterranen Diät ähnelnde Ernährung stark mit einer bestimmten mikrobiellen Zusammensetzung assoziiert ist, mit einer erhöhten Abundanz von faserabbauenden Bakterien wie Ruminococcus sowie Taxa wie Faecalibacterium. Die mediterrane Diät war im Vergleich zu anderen Ernährungsmustern auch signifikant mit niedrigeren Werten subklinischer Darmentzündungen assoziiert, die durch die Bestimmung von fäkalem Calprotectin nachgewiesen wurden. Zwischen einzelnen Nahrungsmitteln und fäkalem Calprotectin konnte keine signifikante Assoziation festgestellt werden, was darauf hindeutet, dass eher langfristige Ernährungsmuster als einzelne Lebensmittel zur subklinischen Darmentzündung beitragen. Zudem zeigte eine Mediationsanalyse, dass die mediterrane Diät eine direkte Wirkung auf die subklinische Entzündung hatte, die teilweise durch die Mikrobiota vermittelt wurde. Fazit Insgesamt deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass mediterrane Ernährungsmuster mit dem Mikrobiom und niedrigeren Darmentzündungswerten assoziiert sind. Diese Studie könne dazu beitragen, künftige Ernährungsstrategien zu entwickeln, um die Zusammensetzung des Mikrobioms und Entzündungen im Darm zu beeinflussen, so die Studienautoren abschließend. (bi) Autoren: Turpin W et al. Korrespondenz: Kenneth Croitoru; [email protected] Studie: Mediterranean-Like Dietary Pattern Associations With Gut Microbiome Composition and Subclinical Gastrointestinal Inflammation Quelle: Gastroenterology 2022;163(3):685–698. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2022.05.037
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