Mehr Menschen sterben durch hellen Hautkrebs als durch maligne Melanome27. Oktober 2023 Foto: © Sarawut – stock.adobe.com Heller Hautkrebs (NMSC) verursacht weltweit mehr Todesfälle als das Melanom. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die auf dem Kongress 2023 der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) vorgestellt wurde. Die Forschenden gehen außerdem davon aus, dass NMSC zu wenig bekannt ist und die tatsächlichen Auswirkungen dieser Krankheit möglicherweise noch größer sind als angenommen. Prof. Thierry Passeron, Hauptautor der Studie, erklärte: „Obwohl NMSC weniger wahrscheinlich tödlich verläuft als das Melanom, ist die Prävalenz auffallend höher. Im Jahr 2020 entfielen 78 Prozent aller Hautkrebsfälle auf NMSC, was zu über 63.700 Todesfällen führte. Im Gegensatz dazu verursachte das Melanom im selben Jahr schätzungsweise 57.000 Todesfälle.“ Die deutlich höhere Inzidenz von NMSC habe daher zu einer größeren Gesamtauswirkung geführt. „So alarmierend diese Zahlen auch sind, sie könnten in der Tat unterschätzt werden. NMSC wird in den Krebsregistern häufig nicht ausreichend erfasst, was es schwierig macht, die tatsächliche Belastung zu verstehen“, so Passeron. Die Forschenden untersuchten nicht nur die Gesamtbelastung durch Hautkrebs, sondern identifizierten auch bestimmte Bevölkerungsgruppen, die ein höheres Risiko für diese Krankheit haben, darunter Menschen, die im Freien arbeiten, Empfänger von Organtransplantaten und Menschen mit Xeroderma pigmentosum [1]. Die Studie, für die Daten der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet wurden, ergab eine hohe Inzidenz von Hautkrebs in hellhäutigen und älteren Bevölkerungsgruppen in den USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Australien und Italien. Aber auch Länder mit einem hohen Anteil dunkler Phänotypen waren nicht immun gegen das Risiko, an Hautkrebs zu sterben, wie die registrierten 11.281 Todesfälle in Afrika zeigen. Im Jahr 2020 gab es weltweit fast 1,2 Millionen gemeldete Fälle von NMSC im Vergleich zu 324.635 Fällen von Melanomen. Die Mehrheit der Hautkrebsfälle sind Nicht-Melanome, das heißt eine Gruppe von Krebsarten, die sich langsam in den oberen Hautschichten entwickeln, zu den häufigsten gehören Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome. Im Vergleich zum Melanom, einer Hautkrebsart, die sich in den Melanozyten entwickelt, ist es bei NMSC weniger wahrscheinlich, dass es sich auf andere Teile des Körpers ausbreitet, und es kann leichter behandelt werden. Passeron kommentierte: „Wir müssen die Botschaft verbreiten, dass nicht nur das Melanom, sondern auch NMSC tödlich sein kann. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass Menschen mit melaninreicher Haut ebenfalls gefährdet sind und an Hautkrebs sterben. Es müssen wirksame Strategien umgesetzt werden, um die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit allen Arten von Hautkrebs zu verringern.“ Die Studie fand keine konsistenten Beweise dafür, dass mehr Dermatologen pro Kopf die Sterblichkeitsrate senken könnten. Überraschenderweise wiesen Länder wie Australien, das Vereinigte Königreich und Kanada, in denen es weniger Dermatologen gibt, ein niedriges Verhältnis zwischen Sterblichkeit und Inzidenz auf. Es müsse daher noch genauer untersucht werden, welche Strategien diese Länder anwenden, um die Auswirkungen von Hautkrebs zu verringern, so Passeron. Der Erfolg dieser Länder lasse sich zum Teil dadurch erklären, dass auch andere Gesundheitsberufe, wie Allgemeinmediziner, in die Erkennung und Behandlung dieser Krankheit einbezogen werden. Weltweit gebe es noch große Möglichkeiten, die Rolle der Hausärzte und anderer medizinischer Fachkräfte in diesem Prozess zu stärken und sie darin zu schulen, verdächtige Läsionen frühzeitig zu erkennen. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, Aufklärungskampagnen zu entwickeln, die die breite Öffentlichkeit über die Risiken der Sonnenexposition und andere relevante Risikofaktoren informieren. Diese Kampagnen sollten auf gefährdete Bevölkerungsgruppen zugeschnitten sein, darunter Menschen mit heller Haut, Menschen, die im Freien arbeiten, ältere Menschen und immunsupprimierte Personen. Wichtig ist, dass diese Bemühungen auch auf Bevölkerungsgruppen ausgedehnt werden, die normalerweise nicht als besonders gefährdet gelten, wie dunkelhäutige Menschen.
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