MEK1/2-Inhibitor: Forschungsteam findet neuartige duale Wirkweise gegen COVID-1913. Januar 2022 SARS-CoV-2 (Illustration: © artegorov3@gmail/stock.adobe.com) Ein Forschungsteam um Prof. Stephan Ludwig, Virologe am Institut für Virologie der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster, hat im Rahmen der Entwicklung eines Wirkstoffes gegen SARS-CoV-2-Viren eine neuartige duale Wirkweise gefunden. Diese könnte die Basis für ein breit wirksames Medikament gegen COVID-19 sein. Die Daten zu dem MEK1/2-Inhibitor ATR-002, die in der Fachzeitschrift „Cellular and Molecular Life Sciences“ erschienen sind, bildeten die Grundlage dafür, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine derzeit laufende klinische Studie genehmigte. Die doppelte Wirkweise des Medikaments kann sowohl die Vermehrung von SARS-CoV-2-Viren hemmen als auch die überschießende Immunantwort reduzieren, die bei schweren COVID-19-Fällen ein großes Problem darstellt. „Wir haben zum ersten Mal eine solch duale Wirkweise eines Anti-COVID-19-Wirkstoffes in der Zelle gezeigt“, erklärt Ludwig, der die Forschungsarbeiten federführend leitet. Das Forschungsteam kooperiert mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Würzburg und Tübingen, dem Deutschen Primatenzentrum in Göttingen sowie dem Start-up Atriva Therapeutics, einer Ausgründung von Wissenschaftlern der Universitäten Münster, Tübingen und Gießen. Der Wirkstoff, der ursprünglich als Anti-Grippemittel entwickelt wurde, war in verschiedenen Zellkulturmodellen wirksam – auch gegen alle getesteten Varianten von SARS-CoV-2, was eine breite Anwendbarkeit auch gegen kommende Varianten impliziert. Tierexperimente, die diese Annahmen bestätigen, werden derzeit durchgeführt. „Gute Ergebnisse der laufenden klinischen Studie können eventuell schon in diesem Jahr zu einer Notzulassung für ein neues, breit wirksames COVID-19-Medikament führen“, betont Ludwig.
Mehr erfahren zu: "Falsche Zurückhaltung: Medizinische Angaben von Patienten gegenüber einer KI sind oft lückenhaft" Falsche Zurückhaltung: Medizinische Angaben von Patienten gegenüber einer KI sind oft lückenhaft Eine neue Studie zeigt: Schildern Menschen ihre Krankheitssymptome einer Künstlichen Intelligenz (KI) statt ärztlichem Fachpersonal, sinkt die Qualität ihrer Angaben. Dies gefährdet laut den Autoren der Arbeit die Genauigkeit digitaler […]
Mehr erfahren zu: "Unimedizin Mainz: Stadt will wichtige Weichen stellen" Unimedizin Mainz: Stadt will wichtige Weichen stellen Der Gebäudebestand der einzigen Uniklinik von Rheinland-Pfalz ist marode. Es soll viel Geld in die Unimedizin Mainz investiert werden. Wo genau, das wird sich erst noch entscheiden. Bis dahin ist […]
Mehr erfahren zu: "VA-ECMO bei Hochrisiko-Lungenembolie: Kein klarer Überlebensvorteil durch frühe mechanische Reperfusion" VA-ECMO bei Hochrisiko-Lungenembolie: Kein klarer Überlebensvorteil durch frühe mechanische Reperfusion Frühe mechanische Reperfusion unter venoarterieller ECMO – entscheidender Vorteil oder überschätzte Strategie? Neue Daten zeigen keinen klaren Überlebensgewinn, deuten aber auf einen Nutzen in Subgruppen hin.