Menopause: Kein Einfluss von Ursache und Zeitpunkt auf das Diabetesrisiko15. Januar 2026 Je nach Alter der Frau spricht man von einer frühen oder vorzeitigen Menopause. Doch weder der Zeitpunkt noch die Ursache der Menopause (natürlich oder chirurgisch) scheinen das Risiko für Diabetes signifikant zu beeinflussen, wie eine neue Studie andeutet. Symbolbild: Marina/stock.adobe.com Trotz eines Anstiegs von Körperfett und Insulinresistenz während der Wechseljahre zeigen neue Studienergebnisse keinen unabhängigen oder klinisch signifikanten Zusammenhang zwischen einer vorzeitigen Menopause und dem Diabetesrisiko. Sowohl die natürliche als auch chirurgische Menopause wurden mit einem erhöhten Risiko für Veränderungen des Glukosestoffwechsels nach der Menopause in Verbindung gebracht. Das führte viele Wissenschaftler zu der Annahme, dass eine frühe (40 bis 45 Jahre) oder vorzeitige Menopause (unter 40 Jahre) das Risiko für Typ-1- oder Typ-2-Diabetes erhöht. Die Ergebnisse einer neuen, groß angelegten Studie mit fast 147.000 Teilnehmerinnen deuten jedoch keinen klinisch signifikanten Zusammenhang zwischen Zeitpunkt und Art der Menopause und dem Auftreten von Diabetes an. Veröffentlicht wurde die Studie jüngst in der Fachzeitschrift „Menopause“ der Menopause Society. Kein unabhängiger Zusammenhang Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmerinnen betrug 60 Jahre. Mehr als die Hälfte (60 %) galt als übergewichtig oder adipös. Die Frauen wurden über einen mittleren Zeitraum von 14,5 Jahren beobachtet, knapp 6.600 (4,5 %) von ihnen wurden mit Diabetes diagnostiziert. Bei Frauen mit frühem oder vorzeitigem Menopausenbeginn wurde etwas häufiger Diabetes diagnostiziert (über 45 Jahre: 4,2 %, 40-45 Jahre: 5,2 %, unter 40 Jahre: 7,4 %). Dieser Unterschied war in der multivariaten Analyse allerdings nicht mehr signifikant (40-45 Jahre: HR 1,00; unter 40 Jahre: HR 0,97). Somit standen weder das Alter bei Eintritt der Menopause noch die Ursache der Menopause in einem unabhängigen Zusammenhang mit dem Auftreten von Diabetes. Signifikant häufiger von Diabetes betroffen waren darüber hinaus Frauen mit anderen Risikofaktoren wie Rauchen (7,5 %), Adipositas (10,8 %), geringem Gemüsekonsum (6,8 %), Einnahme von Cholesterinsenkern (10,0 %) und hohem Salzkonsum (7,0 %). Entscheidende Risikofaktoren lassen sich beeinflussen Die Autoren der aktuellen Studie führen die in den unbereinigten und für das Alter bereinigten Analysen beobachteten Signifikanzen demnach auf Störfaktoren zurück. Weitere Forschung sei notwendig, um die kausalen Zusammenhänge zwischen vorzeitiger Menopause und ihrer Assoziation mit Morbidität und Mortalität besser zu verstehen. Nur so könne man geeignetere Präventions- und Screeningmaßnahmen in dieser Bevölkerungsgruppe implementieren. „Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass postmenopausale Frauen zwar ein erhöhtes Diabetesrisiko haben, dieses jedoch nicht mit dem Alter bei Eintritt der Menopause oder deren natürlicher oder operativer Ursache zusammenzuhängen scheint. Vielmehr scheinen kardiovaskuläre und lebensstilbedingte Risikofaktoren den Ausschlag zu geben”, erklärt Stephanie Faubion, medizinische Direktorin der Menopause Society. Dies sei insofern beruhigend, als dass kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Hyperlipidämie behandelbar sind. Auch auf Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Ernährung und Bewegung ließe sich Einfluss nehmen, während das Alter bei Eintritt der Menopause meist nicht zu beeinflussen sei. (mkl/BIERMANN)
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