Metaanalyse: Komplikationen bei Nierenbiopsie selten

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Zur Diagnose einer akuten oder chronischen Nierenerkrankung werden häufig Nierenbiopsien durchgeführt. Da es sich um ein invasives Verfahren handelt, kann es zu Komplikationen kommen.

US-amerikanische Wissenschaftler untersuchten daher die Komplikationsraten von Nierenbiopsien und stellten fest, dass Blutungskomplikationen selten auftraten. Nichts desto trotz kann eine Nierenbiopsie zum Tode führen. Von Komplikationen eher betroffen sind Patienten, die sich zum Zeitpunkt der Biopsie wegen eines akuten Nierenversagens in stationärer Behandlung befinden.

In ihren systematischen Review und Metaanalyse schlossen die Forscher letztendlich 87 PubMed Studien ein und werteten insgesamt 118.064 Biopsien aus. Das Alter der Patienten reichte von 30 bis 79 Jahre und 45% der Patienten waren Frauen.

Auf Basis der Metaanalyse wurde gezeigt, dass Schmerzen an der Biopsiestelle bei 4,3% und Hämatome bei 11% der biopsierten Patienten auftraten. Zu einer makroskopischen Hämaturie kam es bei 3,5% der biopsierten Patienten. Bei 1,6% traten Blutungen auf, die eine Bluttransfusion erforderlich machten und bei lediglich 0,3% war ein Eingriff zur Blutstillung notwendig.

Ein Versterben des Patienten aufgrund der Nierenbiopsie ist ein seltenes Ereignis, das bei 0,06% aller Biopsien, aber nur bei 0,03% der ambulanten Biopsien auftrat. Bei hospitalisierten Patienten und Patienten mit einem AKI waren die Komplikationsraten höher.

Fazit
Obwohl die Nierenbiopsie ein invasives diagnostisches Verfahren ist, sind die Raten von Blutungskomplikationen gering. Wenngleich selten, kann es nach einer Biopsie zum Tod kommen. (jh)

Autoren: Poggio ED et al.
Korrespondenz: Brad Rovin; [email protected]
Studie: Systematic Review and Meta-Analysis of Native Kidney Biopsy Complications
Quelle: Clin J Am Soc Nephrol 2020 Nov 6;15(11):1595–1602.
Web: https://doi.org/10.2215/CJN.04710420