Metaanalyse: CRC-Screeningraten mit FIT erhöhen26. Februar 2019 Foto: © Stockwerk-Fotodesign/Fotolia Fäkale immunochemische Tests (FIT) sind für das Screening auf Darmkrebs (CRC) wirksam, wenn sie jährlich von asymptomatischen Erwachsenen mit durchschnittlichem Risiko angewendet werden. Da diese Tests für zu Hause einfach zu verwenden, nicht invasiv und kostengünstig sind, könnte ihr Einsatz die CRC-Screening-Raten verbessern, insbesondere bei Patientengruppen mit erhöhtem Risiko. Das geht aus einer Metaanalyse hervor, die gerade in den “Annals of Internal Medicine” veröffentlicht wurde. In den USA empfiehlt die Preventive Services Task Force derzeit das CRC-Screening für Erwachsene im Alter von 50 bis 75 Jahren, ohne dabei einen spezifischen Screening-Test dem anderen vorzuziehen. Die Koloskopie gilt in den USA als Goldstandard, aber in einigen anderen Ländern werden jährliche oder zweijährliche Stuhluntersuchungen durchgeführt. Obwohl die Darmspiegelung als wirksam und kosteneffizient gilt, werden nur etwa 65 Prozent der in den USA infrage kommenden Erwachsenen getestet. Die Einführung einer FIT-Screening-Strategie könnte die Screening-Raten erhöhen, glauben die Autoren der aktuellen Studie – man brauche jedoch mehr Informationen über die Leistungsfähigkeit von FIT bei der CRC-Erkennung. Forscher des Regenstrief Institute und der Indiana University School of Medicine überprüften 31 Studien mit insgesamt 120.255 Patienten, um Informationen zur Leistungsfähigkeit von FIT bei der Entdeckung von CRC zusammenzufassen, Merkmale dieser Leistungsfähigkeit in Bezug auf Kolonpolypen zu quantifizieren und um Faktoren zu identifizieren, die diese Eigenschaften beeinflussen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass einmal anzuwendende FIT in Abhängigkeit vom Positivitäts-Threshold eine moderate bis hohe Sensitivität und Spezifität in Bezug auf ein CRC aufweisen. Bei hoher Spezifität zeigten FIT eine mäßige Sensitivität. Zwar seien FIT bei der Identifizierung fortgeschrittener Adenome weniger sensitiv, doch entwickelten sich solche seltener zu einer Krebserkrankung, was die Möglichkeit eröffne, sie mit einem programmatischen Screening zu entdecken, bevor dies geschehe, schreiben die Wissenschaftler. Dr. James Allison von der University of California in San Francisco bedauert die Ausweisung der Darmspiegelung als “Best/Gold Standard” vor dem Hintergrund eines Mangels an Untersuchungen, die diese Behauptung stützen oder die Darmspiegelung mit weniger invasiven, kostengünstigeren Tests vergleichen. Er weist darauf hin, dass so mancher Hausarzt in den USA sowie viele von deren Patienten möglicherweise nicht wissen, dass FIT nicht invasiv, leicht anzuwenden und kostengünstig sind sowie eine ähnliche Wirksamkeit wie die Koloskopie besitzen, wenn man sie im Rahmen eines entsprechenden Programmes konsequent für das Screening auf CRC verwendet. Dies liege daran, dass die Darmspiegelung in den Medien und in der Gesundheitsversorgung weiterhin als bester Test auf ein CRC propagiert würden, obwohl die US-amerikanischen CRC-Screening-Leitlinien diese Vorstellung nicht mehr unterstützen. Allison schlägt vor, Ärzte in den USA besser über die Vorteile des FIT als CRC-Screening-Tests aufzuklären. Er glaube außerdem, dass eine Erweiterung der von den Krankenversicherungen abgedeckten Leistungen dazu führen würde, dass ein größerer Teil der Bevölkerungsgruppen mit erhöhtem Risiko erfolgreich gescreent werden könnte.
Mehr erfahren zu: "Qualitätsmonitor: Immer mehr komplexe Operationen in immer weniger Kliniken" Qualitätsmonitor: Immer mehr komplexe Operationen in immer weniger Kliniken Die Einführung und die Anhebung von Mindestmengen für bestimmte Operationen haben zu einer weiteren Reduzierung der an der Versorgung beteiligten Krankenhaus-Standorte und zu einer signifikanten Erhöhung der durchschnittlichen Fallzahlen in […]
Mehr erfahren zu: "Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie" Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie Bei insgesamt weitgehend konstant gebliebener Inanspruchnahme der ambulanten Versorgung hat die Zahl der Behandlungsfälle in Psychotherapie und Psychiatrie im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Weniger Fälle haben hingegen Kinder- und Jugendärzte behandelt. Das geht […]
Mehr erfahren zu: "Lynch-Syndrom: Künstliche Intelligenz verbessert Darmkrebsvorsorge nicht automatisch" Lynch-Syndrom: Künstliche Intelligenz verbessert Darmkrebsvorsorge nicht automatisch Patienten mit der häufigsten erblichen Veranlagung für Darmkrebs – dem Lynch-Syndrom ‒ müssen sich wegen des deutlich erhöhten Risikos regelmäßig einer Koloskopie unterziehen. Kann Künstliche Intelligenz (KI) die Identifizierung von […]