Metaanalyse: Tranexamsäure schützt vor Blutverlust bei der transurethralen Resektion der Prostata

Molekülmodell von Tranexamsäure. Grafik: ollaweila – stock.adobe.com

Die Verabreichung von Tranexamsäure (TXA) vor einer transurethralen Resektion der Prostata (TURP) ist mit einem geringeren intraoperativen Blutverlust und höheren postoperativen Hämoglobinkonzentrationen verbunden, ohne das Risiko thromboembolischer Ereignisse zu erhöhen. Dies ergibt eine aktualisierte Metaanalyse.

Die Mediziner um Alessandro V. Oliveira von der Universität des brasilianischen Staates Pará führten eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken Medline, Embase, Central und anderen Registern für klinische Studien durch. Dabei berücksichtigten sie randomisierte und quasi-randomisierte kontrollierte Studien zum Vergleich von TXA mit Placebo oder keiner Behandlung bei Patienten, die sich einer TURP unterzogen, Mittels paarweiser Metaanalyse mit Zufallseffekten bestimmten die Autoren Risikoverhältnisse (RR), mittlere Differenzen (MD) und deren 95%-Konfidenzintervalle (KIs).

Insgesamt nahmen die Wissenschaftler 13 Studien (n=1140) in ihre Metaanalyse  auf. Sie stellten fest, dass bei Patienten, die TXA erhielten, die Hämoglobinkonzentration im Vergleich zur Kontrollgruppe postoperativ weniger abgenommen hatte (MD: -0,58 g/dl; KI -0,95 bis -0,22). Mit TXA behandelte Patienten hatten auch während der Operation weniger Blut verloren (MD -68,7 ml; KI -128,73 bis -8,67). Keine Unterschiede bestanden hinsichtlich des Risikos einer Bluttransfusion (RR 0,71; KI 0,46–1,10), der Aufenthaltsdauer (MD; -1,50; KI -6,91–3,92), der Operationszeit (MD: -9,34, KI -19,40–0,72) und des Risikos thromboembolischer Ereignisse (RR: 1,15; KI 0,89–1,49. Allerdings gab es Unterschiede in den Interventionsprotokollen und der Teilnehmerzahl der einzelnen Studien sowie eine hohe Heterogenität bei einigen Endpunkten.

Diese Ergebnisse deuten auf eine sinnvolle Prophylaxe durch TXA vor TURP hin, folgern die Wissenschaftler. Weitere Studien sollten jedoch das Risiko von Bluttransfusionen genauer untersuchen und dafür ausreichend dimensioniert sein, schließen sie.

(ms/BIERMANN)

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