„Wer Praxen schwächt, beschneidet die ambulante, wohnortnahe Versorgung“27. Juli 2026 Axel Belusa, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologie. Foto: Urologische Praxis Rabenstein Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) sieht mit der endgültigen Verabschiedung des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes den Weg für tiefgreifende Einschnitte in die ambulante Versorgung freigemacht. Für andere Bereiche habe es auf den letzten Metern geringfügige Verbesserungen gegeben – nicht so bei den vertragsärztlichen Praxen. „Ausgerechnet die ambulante Versorgung, die den weitaus größten Teil der medizinischen Versorgung in Deutschland leistet, blieb bei letzten Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf vollständig außen vor. Dieses politische Signal ist verheerend“, erklärt der Vorstand des BvDU. Mit jährlich rund 578 Millionen Behandlungsfällen und mehr als einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten sei die ambulante Versorgung das Rückgrat des deutschen Gesundheitswesens, betont der Verband. „Einerseits sollen durch Krankenhausreform und Ambulantisierung immer mehr medizinische Leistungen in den niedergelassenen Bereich verlagert werden. Andererseits werden genau diejenigen Praxen wirtschaftlich so geschwächt, dass diese zusätzlichen Aufgaben nicht mehr zu stemmen sind.“ BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa ergänzt: „Die Politik kann nicht ernsthaft erwarten, dass Praxen dauerhaft mehr Leistungen mit immer weniger finanziellen Mitteln erbringen. Medizinische Versorgung lässt sich nicht per Gesetz zum Nulltarif organisieren. Wer die wirtschaftlichen Grundlagen der ambulanten Versorgung entzieht, gefährdet zwangsläufig deren Leistungsfähigkeit.“ Honorareinbußen von bis zu zehn Prozent Ambulant tätige Urologen müssen laut BvDU künftig mit Honorareinbußen von bis zu zehn Prozent rechnen. Damit verschärfe sich die seit Jahren bestehende Schieflage zwischen steigenden Personal- und Betriebskosten, wachsendem Versorgungsbedarf und einer immer weiter begrenzten Vergütung. „Die Botschaft dieses Gesetzes lautet: Für nahezu alle Bereiche des Gesundheitswesens wurden auf den letzten Metern Lösungen gefunden – für die ambulante Versorgung nicht. Das ist ein gesundheitspolitisches Armutszeugnis. Die Folgen werden nicht zuerst Ärztinnen und Ärzte spüren, sondern die Patientinnen und Patienten – durch längere Wartezeiten, weniger Versorgungsangebote und eine zunehmende Ausdünnung der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung. Praxen und Kliniken, die schließen müssen, öffnen nicht wieder“, erklärt der Vorstand des Berufsverbands der Deutschen Urologie abschließend. (ms/BIERMANN) Weitere Meldungen zum Thema: Bundestag beschließt Gesundheits-Sparpaket Reformpaket führt zu Millionen unnötiger Arztbesuche und verschärft Terminknappheit
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