Metaanalyse zur CKD: Erkrankung bedeutet erhöhtes Risiko für Nieren- oder Urothelkarzinome

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Die chronische Nierenerkrankung (CKD) ist weit verbreitet. Es gibt mehrere Studien, die einen möglichen Zusammenhang zwischen CKD und bösartigen Erkrankungen der Harnwege untersucht haben.

Nun berichten amerikanische Wissenschaftler, dass selbst eine moderate CKD mit einem erhöhten Risiko für Nieren- und Urothelkarzinome assoziiert ist. Ärzte sollten diese erhöhten Risiken bei der Behandlung von Personen mit CKD berücksichtigen, insbesondere bei der Untersuchung auf das Vorhandensein und die Ursache einer Hämaturie.

Für ihre Metaanalyse durchsuchten die Forscher unter Leitung von Erstautorin Dr. Emily Brooks 4 elektronische Datenbanken nach Original­Kohortenstudien, die den Zusammenhang zwischen CKD und Krebserkrankungen der Harnwege (Nieren- und Urothelkarzinom) bei Personen mit mindestens mittelschwerer CKD und ohne Dialyse oder Nierentransplantation untersuchten. Die Qualität der Studien, die die Einschlusskriterien erfüllten, bewerteten sie anhand der Newcastle-Ottawa-Skala.

Letztendlich schlossen die Wissenschaftler 6 Kohortenstudien mit 8.617.563 Personen ein. Die Metaanalyse führten sie mit einem Modell mit zufälligen Effekten für unbereinigte Inzidenzratenverhältnisse (IRR) sowie bereinigte Risikoverhältnisse (aHR) für Störfaktoren (Diabetes, Bluthochdruck und/oder Tabakkonsum) durch, die nachweislich mit Nieren- und Urothelkarzinomen in Verbindung stehen.

Insgesamt war die methodische Qualität der Studien gut. CKD stand im Vergleich zu Personen ohne CKD sowohl mit einer höheren Inzidenz als auch mit einem höheren Risiko für Nieren- (IRR 3,36; 95 %-KI 2,32–4,88; aHR 2,04; 95 %-KI 1,77–2,36) und Urothelkrebs (IRR 3,96; 95 %-KI 2,44–6,40; aHR 1,35; 95 %-KI 1,22–1,50) in Zusammenhang. Bei der Untersuchung des Auftretens von Krebserkrankungen der Harnwege nach dem Schweregrad der CKD zeigte sich ein erhöhtes Risiko im Stadium 3 der CKD (Nierenkrebs aHR 1,89; 95 %-KI 1,56–2,30; Urothelkarzinom aHR 1,35; 95 %-KI 1,20–1,52) sowie im Stadium 4/5 (Nierenkrebs aHR 2,30; 95 %-KI 2,00–2,66; Urothelkarzinom aHR 1,24; 95 %-KI 1,04–1,49). (jh)