Metabolische Azidose bei chronischer Nierenerkrankung: Obst und Gemüse besser als Natron

Pflanzen-Power sticht Backpulver bei metabolischer Azidose. Bild (KI-generiert): Google Gemini

Der Verzehr von Obst und Gemüse führte bei der Behandlung einer metabolischen Azidose im Rahmen einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) führte in einer aktuellen Studie zu günstigeren langfristigen klinischen Ergebnissen und einer geringeren Inanspruchnahme medizinischer Leistungen im Vergleich zur Standardbehandlung.

Bei Menschen mit CKD ist die orale Gabe von Natriumhydrogencarbonat Standard in der Therapie der metabolischen Azidose. Ergebnisse einer Post-hoc-Analyse einer 10-jährigen randomisierten Studie deuten jedoch darauf hin, dass eine Reduzierung der Säurebelastung durch den Verzehr von Obst und Gemüse – die im Körper eine basische Wirkung entfalten – eine bessere Option darstellen könnte. Die Ergebnisse wurden auf der „Kidney Week 2026“ der American Society of Nephrology vom 22.-25.10.2026 in Denver (USA) vorgestellt.

In der Studie wurden 108 Erwachsene mit CKD im Stadium 3 und einer metabolischen Azidose nach dem Zufallsprinzip einer von drei Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe erhielt Obst und Gemüse (um die Säurebelastung durch die Ernährung zu halbieren), eine Gruppe erhielt orales Natriumhydrogencarbonat (ebenfalls zur Halbierung der ernährungsbedingten Säurebelastung), und eine dritte Gruppe erhielt die übliche medizinische Versorgung (36 Patienten pro Gruppe). Die Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von 10 Jahren jährlich nachbeobachtet.

Während des Nachbeobachtungszeitraums kam es zu 115 Krankenhausaufenthalten und 166 Notaufnahmebesuchen; 34 Patienten benötigten eine Dialyse. Im Vergleich zur Gruppe mit der üblichen medizinischen Versorgung mussten Patienten aus der Gruppe, die Obst und Gemüse erhielt, seltener ins Krankenhaus (14 Aufenthalte vs. 64), und in die Notaufnahme (20 Besuche vs. 88). Zudem wurden weniger von ihnen dialysepflichtig (4 vs. 16). Zwischen der Gruppe, die Natriumhydrogencarbonat erhielt, und der Gruppe mit der üblichen medizinischen Versorgung zeigten sich hinsichtlich dieser Ergebnisse keine Unterschiede.

Obst und Gemüse als Therapiestrategie für Lebensqualität

„Die Behandlung einer metabolischen Azidose mit Obst und Gemüse war mit günstigeren langfristigen klinischen Ergebnissen und einer effizienteren Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen verbunden – im Vergleich zur Standardbehandlung mit Natriumhydrogencarbonat oder der üblichen medizinischen Versorgung –, ohne dass dabei die Gesamtkosten für das Gesundheitssystem oder die Gesellschaft stiegen“, erklärte die korrespondierende Autorin Dr. Nimrit Goraya von Baylor Scott and White Health in Dallas (USA). „Diese Ergebnisse legen nahe, bei chronischer Nierenerkrankung ernährungsbasierte Interventionen nicht nur auf der Ebene des einzelnen Patienten, sondern auch auf Bevölkerungsebene zu prüfen, da die kumulativen klinischen und wirtschaftlichen Vorteile dort beträchtlich sein könnten. Zudem unterstreichen sie, welchen Mehrwert Investitionen in Obst und Gemüse als Behandlungsstrategie für die Lebensqualität und das Gesundheitssystem bieten können – insbesondere dann, wenn sich positive klinische Ergebnisse erzielen lassen, ohne die Gesamtkosten zu erhöhen.“

(ms/BIERMANN)

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