Metastasierter Brustkrebs mit geringer HER2-Expression: Trastuzumab-Deruxtecan verlängert Überlebenszeit ohne Progression

Foto: © Pixel-Shot/stock.adobe.com

Bei Patientinnen mit metastasiertem HR+ Mammakarzinom, das HER2 gering (HER2-low) oder sehr gering (HER2-ultralow) exprimiert, führt die Behandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan nach Vortherapie mit mindestens einer endokrinen Therapie (ET) zu einem längeren progressionsfreien Überleben (PFS) als eine Chemotherapie.

Das zeigt eine Phase-III-Studie, über deren Ergebnisse US-Forschende im „New England Journal of Medicine“ berichten. „Die Outcomes von Patientinnen mit metastasiertem HR+ Brustkrebs verschlechtern sich nach ≥1 ET. Und Trastuzumab-Deruxtecan hat sich bereits bei Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs mit geringer HER2-Expression nach vorheriger Chemotherapie als wirksam erwiesen“, schreiben Prof. Aditya Bardia vom Jonsson Comprehensive Cancer Center der University of California in Los Angeles, USA, und seine Kollegen.

An der Studie nahmen Patientinnen teil, deren Tumoren eine geringe (HER2-low; Score von 1+ oder 2+ bei der immunhistochemischen [IHC] Analyse und negative Ergebnisse bei der In-situ-Hybridisierung) oder eine sehr geringe HER2-Expression (HER2-ultralow; ICH 0 mit Membranfärbung) aufwiesen. Sie hatten ≥ 1 ET, aber keine vorherige Chemotherapie erhalten. Die Studientherapie bestand aus Trastuzumab-Deruxtecan oder einer Chemotherapie nach Wahl des Prüfarztes. Von 866 randomisierten Patientinnen hatten 713 ein HER2-low-Mammakarzinom und 153 ein HER2-ultralow-Mammakarzinom. Der primäre Endpunkt der Studie war das PFS bei den Patientinnen mit HER2-low-Brustkrebs. Bei ihnen lag das mediane PFS bei 13,2 Monaten (95 %-KI 11,4–15,2) in der mit Trastuzumab-Deruxtecan behandelten Gruppe und bei 8,1 Monaten (95 %-KI 7,0–9,0) in der mit Chemotherapie behandelten Gruppe. Die HR für Progression oder Tod betrug 0,62 (95 %-KI 0,51–0,74; p<0,001).

In der exploratorischen HER2-ultralow-Population fielen die PFS-Ergebnisse vergleichbar aus. Die Daten fur das OS waren zum Auswertungszeitpunkt noch nicht reif. Unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder mehr traten unter Trastuzumab-Deruxtecan bei 52,8 Prozent und unter Chemotherapie bei 44,4 Prozent der Patientinnen auf. In der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe entwickelten 49 Patientinnen eine Interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis (11,3 %), davon 3 Ereignisse mit Schweregrad 5. In der Chemotherapie-Gruppe war es 1 Patient (0,2 %) mit einem Ereignis vom Schweregrad 2. Neue Sicherheitssignale wurden nicht identifiziert.

(nec)