Metastasiertes Nierenzellkarzinom: Splicing-Events könnten Vorhersage des Therapieansprechens verbessern3. Juni 2026 Foto: © sebastian-kaulitzki/stock.adobe.com Das abnormale alternative Splicing (alternative splicing, AS) kann bei der Vorhersage des Therapieansprechens bei Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) helfen, berichten Forscher des Translational Genomics Research Institute (USA). Abnormale AS-Events werden mit der Tumorprogression in Verbindung gebracht, erklären die Forscher um Erstautor Ameish Govindarajan. Ihre Rolle beim mRCC sei jedoch bislang nur unzureichend erforscht. Ziel ihrer Studie war es daher, solche Events zu identifizieren, die mit einem klinischen Nutzen durch Immun-Checkpoint-Inhibitoren und zielgerichtete Therapien beim mRCC assoziiert sind. Die neuen Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Journal for ImmunoTherapy of Cancer“ veröffentlicht. Immun-Checkpoint-Inhibitoren im Fokus Die Autoren führten eine retrospektive Analyse an 101 Patienten mit mRCC durch, die eine systemische Therapie erhielten und sich einer RNA-Sequenzierung unterzogen. Sie teilten die Patienten auf der Grundlage von Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICIs – allein oder in Kombination) sowie zielgerichteten Therapien in Untergruppen ein. Responder und Non-Responder klassifizierten die Forscher gemäß den Kriterien der „Response Evaluation Criteria in Solid Tumors“ (V.1.1). In jeder Kohorte führten die Wissenschaftler Analysen zur differentiellen Genexpression sowie Splicing-Analysen im Vergleich zwischen Respondern und Non-Respondern durch. Neue AS-Events analysierten sie hinsichtlich ihres Potenzials zur Bildung von Peptid-Neoantigenen anhand von Vorhersagen zur Bindung an den Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC) der Klasse I. Eine outlier-Analyse der Splicing-Events identifizierte 10 abnormale Splicing-Events, die spezifisch für das mRCC sind. Die AS-Analyse zeigte 461 differentiell gesplicte Events zwischen Respondern und Non-Respondern in der ICI-Kohorte sowie 253 in der Kohorte der zielgerichteten Therapie, wobei die Intronretention das vorherrschende Motiv darstellte. Bei den Respondern waren dreizehn einzigartige AS-Events angereichert, darunter PTPN6 und ACTN1. Eine prädiktive Neoantigen-Analyse identifizierte ein hohes MHC-Klasse-I-Bindungspotenzial in Peptiden aus AS-Events in IFFO1 und ZNF692. Eine hohe Splicing-Last (high splice burden) war mit einer immunogenen Tumormikroumgebung verknüpft, die durch eine angereicherte Antigenprozessierung sowie adaptive Immunantworten gekennzeichnet war. Potenzielle Zielstrukturen identifiziert Diese Studie liefert eine umfassende Analyse von AS-Events beim mRCC und hebt die Intronretention als potenziellen Biomarker für das Therapieansprechen hervor. Die identifizierten, aus AS hervorgehenden Neoantigene könnten als potenzielle Zielstrukturen für Strategien der adoptiven Zelltherapie dienen. (ri/BIERMANN) Das könnte Sie auch interessieren: Neue Studie zur Rolle von Spleißfaktoren beim Krebswachstum Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms: Neubewertung der Rolle der zytoreduktiven Nephrektomie gefordert
Mehr erfahren zu: "Besser verstehen, sicherer behandeln: Würzburg trainiert kultursensible Medizin" Besser verstehen, sicherer behandeln: Würzburg trainiert kultursensible Medizin Verständigungsprobleme können zu verzögerten Diagnosen oder fehlerhaften Behandlungen führen. Mit neuen Modulen im Pflichtcurriculum schließt die Universitätsmedizin Würzburg eine Lücke im Medizinstudium und vermittelt Kompetenzen für kultursensible Kommunikation.
Mehr erfahren zu: "Savolitinib plus Durvalumab beim metastasierten papillären Nierenzellkarzinom" Weiterlesen nach Anmeldung Savolitinib plus Durvalumab beim metastasierten papillären Nierenzellkarzinom Die CALYPSO-Studie zeigte bereits eine Aktivität von Savolitinib und Durvalumab beim MET-getriebenen papillären Nierenzellkarzinom (PRC). Jetzt liegen die finalen Wirksamkeitsergebnisse vor.
Mehr erfahren zu: "Prognose des Überlebens anhand der PSMA-PET: Neue Risikogruppen für Prostatakrebs" Prognose des Überlebens anhand der PSMA-PET: Neue Risikogruppen für Prostatakrebs Bei Patienten mit Prostatakrebs wird zunehmend die Prostata-spezifisches-Membranantigen-Positronenemissionstomographie (PSMA-PET) eingesetzt. Was bislang fehlte: neue, auf PSMA-PET basierende Risikogruppendefinitionen.