Herzinsuffizienz: MHH-Studie weist Verbesserung der Herzfunktion durch mikroRNA-Blocker nach23. Oktober 2020 Dr. Sandor Batkai mit einem Screening-Bild zur Analyse der Herzfunktion. Foto: © Karin Kaiser/MHH Bei Tieren und Menschen reguliert die nicht kodierende mikroRNA miR132 das krankhafte Wachstum der Herzmuskelzellen bei Herzinsuffizienz. Mit Hilfe der synthetisch hergestellten Gegen-Verbindung CDR132L ist einem Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) jetzt im Großtiermodell der Nachweis gelungen, dass die Substanz den Hauptschalter für die kardiale Hypertrophie blockieren und die chronische Herzschwäche rückgängig machen kann. Die internationale Studie unter der Leitung von Prof. Thomas Thum, Direktor des Instituts für Molekulare und Translationale Therapiestrategien, ist im “European Heart Journal” veröffentlicht worden. Erstautor der Studie ist Dr. Sandor Batkai. CDR132L gehört zu der RNA-basierten Medizin. Das Medikament ist ein künstlich hergestelltes, passgenaues Gegenstück zu der mikroRNA miR132, die im erkrankten Herzen vermehrt gebildet wird. Das Antisense-Oligonukleotid blockiert den regulatorischen Schalter und verhindert dadurch, dass miR132 die Herzmuskelzellen zum krankhaften Wachstum anregen kann. „Wir haben in unserer Studie gezeigt, dass CDR132L therapeutisch wirksam und nebenwirkungsfrei war“, betont Thum. Die Substanz sei somit eine neue Möglichkeit, nicht nur wie bislang die Symptome der Herzinsuffizienz zu behandeln, sondern die Erkrankung selbst im chronischen Stadium heilen zu können, sagt der Kardiologe. Das Molekül wird nun bereits an Patienten mit Herzschwäche im Rahmen einer klinischen Studie getestet. CDR132L ist bei Cardior Pharmaceuticals hergestellt worden, einem Biopharmaunternehmen, das als MHH-Ausgründung auf Grundlage der Forschungsarbeiten am IMTTS auf die Entwicklung innovativer Herztherapeutika spezialisiert ist. Pulikation: Batkai S et al. CDR132L improves systolic and diastolic function in a large animal model of chronic heart failure. European Heart Journal, ehaa791, 22.10.2020 https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article/doi/10.1093/eurheartj/ehaa791/5934677
Mehr erfahren zu: "Teure Zigaretten: Tabaksteuern ziehen deutlich an" Teure Zigaretten: Tabaksteuern ziehen deutlich an Millionen Menschen rauchen in Deutschland, das beschert dem Bund Milliarden über die Tabaksteuer. Künftig sollen es noch mehr Einnahmen werden. Raucher müssen sich daher auf höhere Preise einstellen.
Mehr erfahren zu: "Schwangerschaftskomplikationen mit deutlich höherem kardiometabolisch-renalen Risiko verbunden" Schwangerschaftskomplikationen mit deutlich höherem kardiometabolisch-renalen Risiko verbunden Frauen, bei denen es während der einer Schwangerschaft zu Komplikationen gekommen ist, haben in den Folgejahren ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiometabolisch-renale (CKM) Erkrankungen. Darauf deutet eine Beobachtungsstudie an rund […]
Mehr erfahren zu: "Notfälle auf Normalstation häufig: Experten fordern standardisierte Frühwarnung" Notfälle auf Normalstation häufig: Experten fordern standardisierte Frühwarnung Aktuelle Daten zeigen: Mehr als jeder zweite Einsatz eines innerklinischen Notfallteams findet auf einer Normalstation statt. Standardisierte Frühwarnsystem verbunden mit vereinfachten Alarmierungswegen könnten nach Ansicht von Experten vermeidbare Herz-Kreislauf-Stillstände verhindern […]