MHH-Team untersucht Blutdruckeinstellung bei Kindern nach Nierentransplantation10. Januar 2025 Der zehnjährige Thore (vorn, sitzend) gehört zu den ersten Teilnehmenden der SOPHOCLES-Studie. Zur Einschlussuntersuchung kam er mit seiner Mutter (rechts). Das Studienteam um Professorin Melk (Mitte) freut sich auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit. (Foto: ©Angelika Zwick) Die neue Studie SOPHOCLES der Medizinische Hochschule Hannover (MHH) soll zu langfristig besserer Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und mehr Lebensqualität beitragen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten und schwerwiegendsten Komplikationen nach einer Nierentransplantation im Kindesalter. Schlaganfall und Herzinfarkt können die Folgen sein, wodurch sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität der Betroffenen deutlich eingeschränkt sind. Bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt der Blutdruck eine zentrale Rolle. Mit diesem Thema befasst sich die internationale multizentrische randomisierte Studie SOPHOCLES (StOPping Hypertension and imprOving Children’s Lives after KidnEy TranSplantation). Die Forschenden untersuchen, inwieweit eine intensivierte Blutdruckeinstellung zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit und der Organfunktion beitragen kann. SOPHOCLES wird von der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) koordiniert. Die Studie ist auf fünf Jahre angelegt und soll insgesamt 170 Kinder und Jugendliche einschließen. Engmaschige Beobachtung per Telemedizin „Unser Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung und damit die Lebensqualität der transplantierten jungen Menschen nachhaltig zu verbessern“, sagt Studienleiterin Prof. Anette Melk. Bei dem Projekt werden die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen in zwei Gruppen aufgeteilt. In einer Gruppe führen die Forschenden ein intensiviertes Blutdruckmanagement durch. Dabei streben sie Blutdruckziele im unteren Normalbereich an. Die andere Gruppe wird entsprechend der aktuell geltenden Standards behandelt. Alle Teilnehmenden werden auf Basis der zuhause gemessenen Blutdruckwerte engmaschig überwacht. Hierzu wird ein Blutdruckmessgerät genutzt, das alle Messungen direkt drahtlos übertragen kann. Dieser innovative Einsatz von Telemedizin erlaubt es den behandelnden Ärzten, die Blutdruckwerte beider Gruppen in Echtzeit zu überwachen. Wichtige Ergebnisse für Behandlung von Bluthochdruck Im Rahmen der SOPHOCLES-Studie werden die Struktur des Herzens beurteilt und zusätzliche funktionelle Parameter erfasst. Weitere Endpunkte sind die Funktion der transplantierten Niere sowie Parameter der Gefäßgesundheit wie etwa die Pulswellengeschwindigkeit als Maß für die Gefäßsteifigkeit und die Wanddicke der Halsschlagader als Maß für die Atherosklerose. „Mit diesen Werten ist eine umfassende Beurteilung der langfristigen Auswirkungen der Blutdruckeinstellung auf Herz, Nieren und Gefäße möglich“, erläutert Melk. Die Ergebnisse der Studie werden einen bedeutenden Beitrag zur Versorgung von pädiatrischen Nierentransplantat-Empfängern leisten. „Diese Untersuchung wird erstmals evidenzbasierte Empfehlungen für die Behandlung eines Bluthochdrucks bei Kindern und Jugendlichen nach Nierentransplantation liefern. So können wir die kardiovaskuläre Gesundheit bis ins Erwachsenenalter schützen“, erklärt Melk. Projekt mit 2,5 Millionen Euro gefördert Die großvolumige Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstreicht die Relevanz dieses Forschungsprojekts. Für die ersten drei Jahre wurden bereits 2,5 Millionen zur Verfügung gestellt. Das stellt sicher, dass diese wichtige Studie erfolgreich durchgeführt werden kann. Die Transplantationsmedizin ist einer der Schwerpunkte der MHH. 2024 bekamen dort 15 Kinder eine neue Niere.
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