Migräne: Umfrage offenbart geschlechtsspezifische Unterschiede

Mann auf dem Sofa hat Migräne
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Eine bevölkerungsrepräsentative Studie aus Polen definiert den Migräne-Phänotyp von Männern und zeigt Unterschiede in Migräneverlauf, Gesundheitsverhalten und Behandlung im Vergleich zu Frauen auf.

Die Studie ist eine groß angelegte, landesweite Online-Querschnittsumfrage, die von August 2021 bis Juni 2022 durchgeführt wurde und die Symptomatik, Konsultation, Diagnose, Behandlung und Belastung durch Migräne in Polen untersuchte. Darauf basierend wurden nun der jeweilige Migräne-Phänotyp und die Versorgungsmuster für polnische Männer definiert. Es ergaben sich signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede nicht nur im Verlauf der Migräne, sondern auch bei den klinischen Merkmalen und dem Gesundheitsverhalten. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in „The Journal of Headache and Pain“.

Umfrage mit 3225 Personen

Der Fragebogen bewertete die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, Kopfschmerzmerkmale, Diagnoseverlauf, Begleiterkrankungen, Belastung sowie die Anwendung akuter oder präventiver Behandlungen. Die Umfrage enthielt Fragen, die eine Diagnose gemäß der International Classification of Headache Disorders-3 ermöglichten. Insgesamt 3225 Personen (Alter 13–80 Jahre) nahmen an der Umfrage teil (87,1% Frauen).

Bei 1679 (52,7%) der Probanden wurde die Diagnose Migräne ohne Aura bestätigt, und diese Gruppe wurde in die weitere Analyse einbezogen. Die aktuelle Studiengruppe bestand aus 244 Männern (14,6%) sowie 1431 Frauen (85,4%).

Männer erholen sich langsamer

Männer litten tendenziell unter weniger Arten von Kopfschmerzen als Frauen (p<0,001) und berichteten signifikant seltener als Frauen über visuelle und sensorische Symptome, die mit den stärksten Kopfschmerzen einhergingen (p<0,001). Vorzeichen, die dem Auftreten von Kopfschmerzen vorausgingen, lagen bei Männern häufiger vor, und die Zeit für eine Rückkehr zu normalen Funktionsweisen war bei Männern deutlich länger als bei Frauen (Median 24 bzw. 10 h; p<0,001).

Die Anwendung einer Akutbehandlung dauerte bei Männern länger, sowohl in Bezug auf ärztlich verschriebene Medikamente (80,3 vs. 69,3%; p<0,001) als auch bei rezeptfreien Medikamenten (77 vs. 52,2%; p<0,001) und auch bei natürlichen oder alternativen Heilmitteln (43 vs. 15,4%; p<0,001). Männer verwendeten häufiger Kombinationspräparate (66 vs. 57,9%; p=0,017) und erfüllten oft die Kriterien für einen übermäßigen Medikamentenkonsum (29,5 vs. 22%; p=0,01). Prophylaktische Behandlungen wurden bei Männern seltener angewendet (21,7 vs. 38%; p<0,001). (je)