Mit Magneten gegen Depressionen, Tinnitus und Schizophrenie16. Dezember 2021 Christiane Licht überwacht bei einer Patientin die Magnetdosis während einer Behandlung mit transkranieller Magnetstimulation. Foto: Giulia Iannicelli/Klinikum Nürnberg Dr. Christiane Licht, Assistenzärztin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Nürnberg, will mit transkranieller Magnetstimulation (TMS) Menschen helfen, die an therapieresistenten Depressionen, Tinnitus oder Schizophrenie leiden. Für ihre Forschungsarbeit wurde sie jetzt ausgezeichnet. Die Europäische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie hat Dr. Christiane Licht, die seit April dieses Jahres am Klinikum Nürnberg in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie unter Leitung von Prof. Thomas Hillemacher tätig ist, zu einem der besten Forschungstalente 2021 gekürt. Dank dieses Preises wurde Licht exklusiv zum Jahreskongress des Amerikanischen „College of Neuropsychopharmacology“ eingeladen – ebenso zu einer Tagung der Amerikanischen Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie in Puerto Rico. Die Gehirnaktivität anregen oder bremsen „Ich freue mich sehr, dass unsere Arbeit auf einer internationalen Bühne Anerkennung findet“, sagt Licht, die ihre Forschungsergebnisse online vorstellen wird. „Wir machen in der Praxis seit rund sechs Jahren bereits sehr gute Erfahrungen mit der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) bei therapieresistenten Depressionen und Tinnitus. Unsere Studien lassen nun auch darauf schließen, dass das Verfahren Betroffenen mit Schizophrenie helfen kann.“ Ziel sei es dann, so Licht weiter, die TMS-Therapie bis zur Zulassung für diese Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln. Je nach Erkrankung wird die Aktivität im Gehirn durch das Magnetfeld angeregt (bei Depressionen) oder gebremst (bei Tinnitus) – jeweils mit einer individuell für den Patienten angepassten Magnetdosis. „Depressionen, unter denen in Deutschland schätzungsweise fünf Millionen Menschen leiden, gehen häufig mit einer Unteraktivität im Gehirn einher. Das führt beispielsweise zu Niedergeschlagenheit, Antriebsmangel und im schlimmsten Fall auch zu Suizidgedanken“, so Licht. Gerade Patienten, die nicht gut genug auf Medikamente und Psychotherapie reagieren, haben einen großen Leidensdruck. „Hier hat sich die TMS-Behandlung ebenso bewährt wie bei den Tinnitus-Patienten, die zu uns kommen.“ In der Regel 15 Sitzungen Die TMS-Behandlung im Klinikum Nürnberg wird durch speziell geschultes Personal und unter Einhaltung aller Sicherheitsstandards durchgeführt. Eine Standardtherapie besteht in der Regel aus 15 Sitzungen. „Nebenwirkungen gibt es nur selten“, fasst Licht zusammen. So kann es während der Behandlung zu leichten Kopfschmerzen oder Unwohlsein kommen. Nicht geeignet ist die TMS für Schwangere und Menschen mit Epilepsie, Herzschrittmachern, Gefäßclips nach Kopfoperationen oder Innenohrimplantaten.
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