Mit Probiotika für stillende Mütter Atopischer Dermatitis vorbeugen18. Dezember 2023 Kinder mit mittelschwerer bis schwerer Atopischer Dermatitis können auch langfristig von einer Immuntherapie mit Dupilumab profitieren. (Foto: © nataliaderiabina – stock.adobe.com) Die Verabreichung von Probiotika an Kinder und stillende Mütter kann einer Atopischen Dermatitis (AD) vorbeugen – unabhängig vom familiären Hintergrund. Zu diesem Schluss kommt eine Metaanalyse spanischer und katarischer Wissenschaftler, die der Frage nachgegangen war, ob die Supplementierung mit Probiotika die Inzidenz und Schwere der AD verringern kann. Die Metaanalyse umfasste 75 Publikationen, von denen 43 die Wirkung von Probiotika hinsichtlich der Prävention von AD (n=8754 Teilnehmer) und 32 die Behandlung der AD mittels Probiotika (n=2021 Kinder) untersuchten. Dabei zeigte sich, dass die AD-Inzidenz in der Probiotika-Gruppe insgesamt um 22 Prozent geringer war. Bei Verabreichung der Probiotika an schwangere und stillende Mütter betrug die Verringerung der Inzidenz 49 Prozent, bei Verabreichung sowohl an schwangere Mütter als auch die Kinder 27 Prozent. Eine Probiotikagabe an schwangere und stillende Mütter sowie Kinder erzielte eine 39-prozentige Verringerung der AD-Inzidenz. Auch hinsichtlich der Schwere der AD wurden signifikante Unterschiede beim SCORAD (SCORing Atopic Dermatitis) zugunsten der Probiotika beobachtet, die Lebensqualität der betroffenen Kinder (Infants‘ Dermatitis Quality of Life Index [IDLQI]) blieb jedoch unverändert. Lactobacillus rhamnosus war der am häufigsten dokumentierte Stamm, erwies sich jedoch bezüglich der Verringerung des SCORAD als unwirksam. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei L. paracasei und L. sakei eine signifikante Verringerung des SCORAD. Weniger eindeutig erwies sich die Wirkung von Probiotika bei der Behandlung einer AD, insbesondere bei Kindern unter einem Jahr. Die Autoren folgern aus den Ergebnissen, dass die Einnahme von Probiotika durch stillende Mütter eine neue prophylaktische Strategie zur Verhinderung von AD darstellen könne. Den stärksten Einfluss auf die Schwere der AD hätten dabei L. paracasei und L. sakei. (ej)
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