Mit regionalen Futtermitteln Geflügel klimafreundlicher füttern22. November 2024 (Symbolbild) Foto: © Andreas Göllner – pixabay.com Erbse, Ackerbohne und Roggen gelten als klimaangepasste Futtermittel und könnten einen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Erzeugung von tierischen Lebensmitteln leisten. Jetzt gibt es grünes Licht für entsprechende Forschungsprojekte. Aus diesem Grund wollen das Institut für Tierernährung und die Forschungseinrichtung Wissenschaft und Innovation für Nachhaltige Geflügelhaltung (WING) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersuchen, wie Masthühner (Broiler) mit diesen in Deutschland angebauten Pflanzen ressourcenschonender gefüttert werden können. Das BMEL hat dafür nun grünes Licht gegeben: Mit dem Kooperationsprojekt FUETURE wollen die Forschenden gemeinsam mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen und der Industrie Treibhausgasemissionen und den Energieverbrauch bei der Futtermittelherstellung reduzieren. Konkret werden sie neue Futtermittel testen, um die Tiergesundheit zu steigern sowie nachhaltiger und regionaler zu füttern. „Solche ressourceneffizienten Futtermittel und innovative Mischfutterkonzepte können einen maßgeblichen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Erzeugung von tierischen Lebensmitteln erreichen“, erklärt Professor Dr. Christian Visscher, Leiter des Instituts für Tierernährung, der zusammen mit Professorin Dr. Nicole Kemper, Leiterin des Instituts für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie, das WING leitet. „Zudem wirken sie sich positiv auf das Tierwohl aus.“ Erbse und Ackerbohne scheinen als Proteinträger vielversprechend, Roggen als Energieträger. „Wir wollen wissenschaftlich die Besonderheiten von Roggen, Erbse, Ackerbohne und heimischer Sojabohne in der Geflügelernährung untersuchen. Außerdem interessieren uns potenzielle Effekte auf Tiergesundheit und Tierwohl“, sagt Visscher. Vorweg wird die TH Bingen den Futterwert ermitteln. Ziel ist es, wissenschaftlich den ökologischen Fußabdruck eines innovativen Fütterungskonzeptes für Masthühner zu ermitteln. Neben der TiHo und der TH Bingen sind auch die Internationale Forschungsgemeinschaft Futtermitteltechnik e.V. (IFF) sowie das Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS Initiator des jetzt genehmigten Projektes FUETURE. Alle Projektpartner sind jeweils für einen Bereich verantwortlich. Zunächst evaluiert das WING die Futterpflanzen mit Blick auf ihre Nachhaltigkeit. Auf dieser Basis analysiert die TH Bingen den Futterwert, um zu ermitteln, welche Einsatzmengen der zu testenden Futtermittel am besten sind. Anschließend untersucht das Institut für Tierernährung, wie sich die verschiedenen Futtermittel in den unterschiedlichen Dosierungen auf die Gesundheit und das Wohl der Masthühner auswirken. Über das WING Das WING ist eine drittmittelfinanzierte Forschungseinrichtung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Der Landesverband der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) unterstützt das WING durch Sonderbeiträge von Mitgliedsunternehmen aus der vor- und nachgelagerten Verbundwirtschaft und schafft damit eine Grundlage für die angewandte Forschung im Bereich der Geflügelhaltung. Das WING setzt wissenschaftliche Projekte aus den Fachrichtungen Tierwohl und Tiergesundheit, Tierhaltung und Tierernährung, Nachhaltigkeit sowie Umweltschutz inter- und transdisziplinär um.
Mehr erfahren zu: "FLI: erhöhte Gefährdungslage für Geflügel- und Vogelhaltungen" FLI: erhöhte Gefährdungslage für Geflügel- und Vogelhaltungen Nach 30 Jahren ohne Ausbrüche sind im Februar 2026 erstmals wieder mehrere Fälle der Newcastle-Krankheit (ND) bei kommerziellen Geflügelbeständen und Kleinhaltungen in Deutschland festgestellt worden. Parallel kommt es zu Ausbrüchen […]
Mehr erfahren zu: "Weibliche Fledermäuse jagen in asynchronen Timeslots" Weibliche Fledermäuse jagen in asynchronen Timeslots In neu besiedelten Gebirgsregionen des italienischen Apennins wechseln sich weibliche Wasserfledermäuse bei der Jagd ab, anstatt gleichzeitig zu jagen. Diese zeitliche Aufteilung hilft den Fledermäusen, Konkurrenz zu vermeiden, wie eine […]
Mehr erfahren zu: "Stuhltransplantate von älteren Mäusen verbessern Ovarfunktion und Fruchtbarkeit jüngerer Mäuse" Stuhltransplantate von älteren Mäusen verbessern Ovarfunktion und Fruchtbarkeit jüngerer Mäuse Eine neue Studie zeigt, dass Stuhltransplantate von älteren weiblichen Mäusen die Ovarfunktion und Fruchtbarkeit junger Mäuse deutlich verbessern. Die Ergebnisse weisen auf eine direkte Verbindung zwischen dem Mikrobiom und der […]