Mitteilung über Prädiabetes kann Lebensstil beeinflussen26. März 2019 © Syda Productions – fotolia.com Werden Patienten über ihren Prädiabetes-Status informiert, kann sich dies im Folgenden positiv auf verschiedene Parameter auswirken, so das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie. Um das Auftreten eines Prädiabetes zu untersuchen, folgten die Studienautoren zunächst in einer Kohortenstudie namens POP-ABC normoglykämischen afroamerikanischen (AA) und europäisch-amerikanischen (EA) Nachkommen von Eltern mit Typ-2-Diabetes. In 5,5 Jahren Nachbeobachtungszeit (Mittelwert 2,62 Jahre) entwickelten 101 von 343 Patienten Prädiabetes. Diese wurden ohne weitere Interventionen benachrichtigt. 18 Monate später wurden die betroffenen Personen erneut kontaktiert und getestet. Die Studienautoren verglichen dann die Daten der Teilnehmer mit Prädiabetes mit der normoglykämischen Kontrollgruppe. In der Prädiabetes-Gruppe befanden sich 73 Probanden (46 weibliche, 27 männliche; 36 AA, 37 EA) und 73 Probanden (48 weibliche, 25 männliche; 35 AA, 38 EA) in der Kontrollgruppe. Das mittlere Alter betrug 48,7 Jahre in der Prädiabetesgruppe versus 48,3 Jahre (p=0,37) in der Kontrollgruppe und der mittlere Body Mass Index (BMI) 31,1 kg/m2 versus 29,2 kg/m2 (p=0,04). Die Studienautoren beobachteten bei POP-ABC-Teilnehmern, denen mitgeteilt wurde, dass sie einen Prädiabetes entwickelt hatten, eine Abnahme der Nüchternblutzuckerwerte (FPG) und 2-Stunden-Glukosewerte sowie des Gewichts und des Taillenumfangs, als sie 18 Monate später erneut beurteilt wurden. Diese Verbesserungen wurden mit der Kontrollgruppe von POP-ABC-Teilnehmern verglichen, die mit Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit übereinstimmten und die im gleichen Beobachtungszeitraum normoglykämisch geblieben waren. Die Veränderungen in den 18 Monaten (Prädiabetes versus Kontrolle) waren folgende: Nüchternblutzucker –8,01 ±1,11 mg/dl versus 2,02 ±0,64 mg/dl; 2-Stunden-Glukosewert –8,21 ±3,34 mg/dl gegenüber 8,53 ±3,17 mg/dl; Gewicht –0,54 ±0,72 kg versus 2,77 ±1,25 kg; Taillenumfang –1,07 ±0,78 cm versus 1,78 ±0,85 cm. Die Intervalländerungen im FPG korrelierten signifikant mit Änderungen des Gewichts und des Taillenumfangs (r=0,2, p=0,01). Die Prädiabetes-Gruppe berichtete im Vergleich zur Kontrolle über verbesserte Ernährungsgewohnheiten. Fazit Die Kommunikation des Prädiabetes-Status ist mit Verbesserungen der Glukosetoleranz, der Glykämie und der Adipositas verbunden. Ein möglicher Mechanismus, der die positiven Effekte hervorgerufen haben könnte sind selbstgesteuerte Modifikationen im Lebensstil der Probanden. (isch) Autoren: Owei I et al. Korrespondenz: Sam Dagogo-Jack, University of Tennessee Health Science Center, 920 Madison Avenue, Memphis, Tennessee 38163; [email protected] Studie: Awareness of Prediabetes Status and Subsequent Health Behavior, Body Weight, and Blood Glucose Levels Quelle: J Am Board Fam Med 2019;32(1):20–27. Web: https://doi.org/10.3122/jabfm.2019.01.180242
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