Mobile Stroke-Units verbessern Chancen von Schlaganfallpatienten deutlich5. März 2020 Mobile Stroke-Units wie die der Berliner Feuerwehr verbessern die Chancen von Schlaganfall-Patienten deutlich. (Foto: Berliner Feuerwehr) Bei Patienten, die direkt nach einem Schlaganfall in mobilen Stroke-Units behandelt werden, treten signifikant weniger Todesfälle und Behinderungen auf als bei Erkrankten, die erst im Krankenhaus eine Behandlung erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Prof. Heinrich Audebert kürzlich auf der International Stroke Conference (ISC) in Los Angeles vorgestellt hat. Je früher bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall das Blutgerinnsel mit einer Thrombolyse aufgelöst wird, desto größer sind die Chancen, bleibende Schäden zu vermeiden. „Die Unterversorgung mit Sauerstoff muss möglichst rasch nach dem Eintritt der Symptome behoben werden, sonst drohen dem Patienten massive bleibende Behinderungen oder sogar der Tod“, sagt DSG-Experte Prof. Heinrich Audebert, Stellvertretender Klinikdirektor der Neurologie an der Charité Universitätsmedizin Berlin. Das Forscherteam um Audebert hat deshalb untersucht, ob eine Versorgung der Schlaganfallpatienten in mobilen Stroke-Units (in Berlin „Stroke Einsatz-Mobile“, „STEMO“) – direkt an der Einsatzstelle wirksam sein kann. Die mobilen Stroke-Units sind mit einem Computertomographen, einem Mini-Labor und einem auch als Notarzt ausgebildeten Neurologen technisch und personell für die Diagnostik und Behandlung von Schlaganfallpatienten ausgerüstet. Zwischen Februar 2017 und Mai 2019 analysierten die Berliner Mediziner aus verschiedenen Kliniken, wie sich die Versorgung mit den drei mobilen Stroke-Units, die inzwischen in der Hauptstadt betrieben werden, auf den Genesungsverlauf von Schlaganfallpatienten auswirken. Die Ergebnisse waren überzeugend: Bei den 749 Patienten, die in den Spezialfahrzeugen behandelt wurden, war die Wahrscheinlichkeit für Tod oder Behinderungen nach einem Schlaganfall um 26 Prozent niedriger als bei den 794 Betroffenen, die erst im Krankenhaus behandelt wurden. Zudem konnten 60 Prozent der Patienten, die in den speziellen Rettungswagen behandelt wurden, eine prähospitale Thrombolyse mit Alteplase, einem Medikament zur Auflösung eines Blutgerinnsels, bekommen. Unter den Schlaganfallerkrankten, die erst im Krankenhaus behandelt wurden, erhielten diese Behandlung nur 48 Prozent. Ein weiterer Vorteil: Die Zeit bis zur ersten Behandlung war für Patienten, die in mobilen Stroke-Units behandelt wurden, 20 Minuten kürzer. „Wir hatten erwartet, dass Schlaganfallerkrankte bessere Überlebens- und Genesungschancen haben, wenn ihnen schon auf dem Weg ins Krankenhaus geholfen werden kann, waren vom Ausmaß des Effektes dann aber doch beeindruckt“, betont Audebert. Da die Behandlungsergebnisse bei Schlaganfallpatienten durch den Einsatz der mobilen Stroke-Units im Vergleich zur konventionellen Versorgung deutlich verbessert werden können, empfiehlt die DSG den vermehrten Einsatz. „Die spezialisierten Rettungswagen sollten zukünftig vermehrt verwendet werden, da die Studie ihren hohen Nutzen in der Schlaganfallakutversorgung klar herausgestellt hat“, betont Prof. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. „Wir empfehlen den Einsatz vor allem auch in Speckgürtelregionen oder ländlichen Gebieten zu evaluieren, da hier Stroke-Units oft weit entfernt sind und bei der Schlaganfallbehandlung immer jede Minute zählt“, resümiert Prof. Helmuth Steinmetz, 1. Vorsitzender der DSG. Quelle: Audebert H.: Effects of Pre-hospital Acute Stroke Treatment as Measured with the Modified Rankin Scale; the Berlin – Pre-hospital Or Usual care Delivery (B_PROUD) trial, vorgestellt am 20. Februar 2020 bei der International Stroke Conference (ISC) 2020, 19. – 21. Februar 2020, Los Angeles
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