Modellierungsstudie: Typ-1-Diabetes wird weiter zunehmen

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Ein internationales Forscherkonsortium hat auf der Grundlage verfügbarer Daten ein Modell entwickelt, um die Prävalenz von Typ-1-Diabetes (T1D), die Inzidenz, die damit verbundene Sterblichkeit und die Lebenserwartung für 201 Länder für das Jahr 2021 zu schätzen und die prognostizierten Prävalenzfälle für das Jahr 2040 zu ermitteln.

Dazu wurde ein zeitdiskretes Krankheits-Todes-Modell (Markov-Modell) an Daten zur Inzidenz von T1D und die T1D-assoziierte Mortalität angepasst, um die Prävalenz von T1D, die Inzidenz, die assoziierte Mortalität und die Lebenserwartung in allen Ländern zu ermitteln. Daten zur T1D-Inzidenz und Sterblichkeit lagen aus 97 bzw. 37 Ländern vor. Die Sterblichkeit wurde mittels einer Random-Forest-Regression der veröffentlichten T1D-Mortalitätsdaten modelliert und die Lebenserwartung anhand von Sterbetafeln berechnet und mithilfe von Prävalenzdaten für 15 Länder validiert.

Im Jahr 2021 gab es weltweit etwa 8,4 Mio. Menschen mit T1D, davon waren 1,5 Mio. <20 Jahre, 5,4 Mio. zwischen 20 und 59 Jahre alt und 1,6 Millionen waren ≥60 Jahre. In 2021 wurden 0,5 Mio. neue Fälle diagnostiziert (medianes Alter 39 Jahre), etwa 35.000 nichtdiagnostizierte Menschen starben innerhalb von 12 Monaten nach Auftreten der Symptome. Etwa 1/5 der Personen mit T1D lebte in Ländern mit niedrigem bzw. mittlerem Einkommen.

Die verbleibende Lebenserwartung eines 10-Jährigen mit T1D-Diagnose im Jahr 2021 reichte von durchschnittlich 13 Jahren in Ländern mit niedrigem Einkommen bis zu 65 Jahren in Ländern mit hohem Einkommen. Die Zahl der fehlenden Prävalenzfälle im Jahr 2021 wurde auf 3,7 Mio. geschätzt. Für das Jahr 2040 wird ein Anstieg der prävalenten Fälle auf 13,5–17,4 Mio. prognostiziert, mit einem größten relativen Anstieg vs. 2021 in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Fazit
Die Belastung durch Typ-1-Diabetes im Jahr 2021 ist enorm und wird voraussichtlich rasch zunehmen, insbesondere in Ländern mit begrenzten Ressourcen. Das neue Modell wird nach Überzeugung der Autoren ein wichtiges Instrument zur Unterstützung von Gesundheitsversorgung, Interessenvertretung und Finanzierungsentscheidungen für T1D sein. (bi)

Autoren: Gregory GA et al.
Korrespondenz: Graham Ogle; [email protected]
Studie: Global incidence, prevalence, and mortality of T1D in 2021 with projection to 2040: a modelling study
Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2022;10(10):741–760.
Web: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(22)00218-2