Moderne Gesichtsmasken unterstützen bei knöchernen Gesichtsverletzungen die Heilung1. Oktober 2021 Bild: Anton – stock.adobe.com Gesichtsverletzungen treten häufig beim Sport auf. Experten und Expertinnen der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG) empfehlen für eine rasche Rückkehr zur Sportfähigkeit den Einsatz von Gesichtsmasken. Ob beim Basketball, Baseball oder beim Fußball: Knöcherne Verletzungen des Gesichts machen mit einer Inzidenz von bis zu 42 Prozent1 einen großen Anteil der sportbedingten Verletzungen aus. Laut aktuellen Erkenntnissen aus der Fachzeitschrift „Quintessenz Zahnmedizin“1 ist bei Verletzungen, die die Atemwege oder das Sehvermögen gefährden oder Blutungen verursachen können sowie bei komplexen Zahnverletzungen besondere Vorsicht und Eile geboten. Nach der akuten Wundversorgung spielt laut der DGMKG-Experten und -Expertinnen beim Heilungsprozess die Ruhigstellung des gebrochenen Gesichtsbereichs eine zentrale Rolle. Damit Betroffene dennoch möglichst zeitnah ihre Sportart wiederaufnehmen können, kommen moderne Gesichtsmasken zum Einsatz. Mit Scanverfahren und 3-D-Druckern können diese mittlerweile passgenau, berührungsfrei und rasch hergestellt werden. Bei den meisten sportbedingten Verletzungen im Kopfbereich handelt es sich um eine Kombination aus einer Fraktur und einer Verletzung des Weichgewebes. „Besonders häufig sind das Nasen- und das Jochbein betroffen. Die meisten Verletzungen dieser Art entstehen im Zweikampf bei Kontaktsportarten wie zum Beispiel Fußball oder Baseball“, sagt Dr. Julius Steegmann, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg aus Köln. Männer sind davon viel häufiger betroffen als Frauen. Dabei seien gerade Weichteilverletzungen besonders tückisch: „Sie können darunterliegende Strukturen beschädigen, einschließlich des Tränensystems, der Gesichtsnerven oder der Ohrspeicheldrüse. Zudem ist eine direkte Diagnostik nach der Verletzung häufig problematisch, da die betroffenen Gesichtsbereiche oft geschwollen sind und stark schmerzen“, erläutert der DGMKG-Experte. Seiner Empfehlung nach sollte der verletzte Knochen nur dann sofort nach der Verletzung an seine ursprüngliche Stelle gerichtet werden, wenn die Atemwege betroffen seien und der/die Chirurg*in Erfahrung in der Durchführung eines solchen Eingriffs habe. Bereits bei der akuten Versorgung einer Fraktur sollten langfristige funktionelle, ästhetische und psychosoziale Auswirkungen für die PatientInnen mitbedacht werden. Steegmann weiß aus seiner Erfahrung in der Behandlung von zahlreichen ProfisportlerInnen, wie zum Beispiel von FußballerInnen des 1. FC Köln, dass eine möglichst schnelle Rückkehr zur vollen Sportfähigkeit dabei eine wichtige Rolle spielt. Die rasche Heilung einer Fraktur ist dabei von zentraler Bedeutung. „Die Dauer der Frakturheilung ist individuell und wird von zahlreichen Faktoren – wie etwa dem Alter des Betroffenen, der jeweiligen Körperstelle und dem Ausmaß der Fraktur – beeinflusst. Durchschnittlich dauert es etwa sechs Wochen bis eine erste Frakturheilung eingesetzt hat“, betont Steegmann. Besonders kritisch sind dabei die ersten zwei Wochen der Heilung, da in dieser Zeit vermehrt Entzündungen auftreten können. Danach wächst der Knochen kontinuierlich wieder zusammen. „In dieser Phase ist das Risiko einer erneuten Verletzung schon deutlich geringer. Nach diesen zwei Wochen kann mit dem Sport wieder schrittweise begonnen werden. Allerdings ist es wichtig, dass die Frakturen geschützt weiterheilen können“, so der DGMKG-Experte. In solchen Fällen sei der Einsatz moderner Gesichtsmasken empfehlenswert, da diese dank digitaler Technologien besonders passgenau und schnell hergestellt werden – und einen idealen Schutz für die SportlerInnen bieten. „Mit modernen Messmethoden können wir das Gesicht schnell, hochgenau und vollkommen berührungsfrei aufnehmen“, erläutert der Kölner Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg. „Die so erstellten Daten können zur direkten, automatisierten Herstellung einer Gesichtsmaske mittels moderner 3-D-Druckverfahren verwendet werden.“ Im Vergleich zu konventionellen Herstellungsverfahren, bei denen Masken in einem aufwendigen, manuellen Verfahren mittels Gips-Abdruck hergestellt wurden, ist der digitale Prozess viel angenehmer für die Betroffenen und potentielle Fehlerquellen können reduziert werden. „Gerade bei Frakturen im Gesichtsbereich sollte eine erneute Fraktur vermieden werden, da hier eine besonders hohe Gefahr einer funktionellen, aber auch psychologischen Einschränkung bis hin zu einer dauerhaften Beeinträchtigung besteht. Moderne Gesichtsmasken bieten einen idealen Schutz – und ermöglichen eine rasche Wiederaufnahme der sportlichen Aktivität“, resümiert Steegmann. Quelle: Quintessenz Zahnmedizin 2021;9:1034-2041.
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