Molekulare Analyse: MASTER-Studie ausgezeichnet3. Dezember 2021 Foto: © ktsdesign – stock.adobe.com Forschende des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg und Dresden haben erstmals belegt, dass Patienten mit seltenen Tumorerkrankungen von einer umfassenden molekularen Analyse profitieren. Die Publikation, die diese Erkenntnisse der MASTER-Studie vorstellt, erhält den Wissenschaftspreis 2021 der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft. Das NCT Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe (DKH). Im Rahmen der MASTER-Studie untersuchten Wissenschaftler zwischen 2012 und 2018 die molekularen Profile und klinischen Daten von insgesamt 1.310 Patienten, von denen 76 Prozent an seltenen Krebsarten litten. Auf Basis von mehreren Hundert Biomarkern gab das Ärzteteam des molekularen Tumorboards in 88 Prozent der 1.310 Fälle evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen ab, die teilweise neue, experimentelle Therapiemethoden beinhalteten. Bei ungefähr einem Drittel der Patienten wurden die Empfehlungen umgesetzt, was sich in einer ermutigenden Krankheitskontrollrate und einer signifikant verbesserten Überlebensrate im Vergleich zu Standardtherapien niederschlug. Der im Juni in der Zeitschrift Cancer Discovery erschienene Beitrag mit den Ergebnissen der MASTER-Studie erhält den Wissenschaftspreis 2021 der AIO für den präklinischen Teil. Der Preis wurde beim Herbstkongress der AIO in Berlin überreicht. Peter Horak, Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und am NCT Heidelberg, der Erstautor der preisgekrönten Publikation, erläutert: „Wir freuen uns sehr über den Preis für die Publikation. Unsere Arbeit demonstriert den greifbaren klinischen Nutzen der personalisierten Onkologie bei seltenen Tumorerkrankungen.“ Zudem präsentiert die Publikation die Ergebnisse eines der international größten Programme der translationalen und personalisierten Onkologie, welches durch eine deutschlandweite Zusammenarbeit zwischen vielen Institutionen ermöglicht wurde. Stefan Fröhling, Geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg und Leiter der Translationalen Medizinischen Onkologie am DKFZ, sagt: „Der Wissenschaftspreis der AIO ist eine großartige Anerkennung unserer Arbeit. Die Auszeichnung zeigt erneut, dass das NCT Heidelberg in der Präzisionsonkologie eine Vorreiterrolle einnimmt.“
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