Molekulargenetik verbessert Diagnostik bei Mastozytose

Diagnostik
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Inzwischen können molekulargenetische Untersuchungen, trotz verbleibender Herausforderungen in der Standardisierung, die Diagnostik, Prognoseabschätzung und Therapiekontrolle bei Mastozytose maßgeblich verbessern.

Dazu beigetragen hat auch die Entdeckung somatischer Mutationen im KIT‑Gen, insbesondere KIT p.D816V, welche die Klassifikation und das Management der Mastozytose grundlegend verändert hat. KIT p.D816V, das bei mehr als 85 Prozent der Fälle von systemischer Mastozytose (SM) nachweisbar ist, treibt die Krankheitsprogression über eine konstitutive Aktivierung des KIT‑Rezeptors voran.

Schlüsselrolle der KIT-Mutation

Hochsensitive Verfahren wie die allelspezifische Oligonukleotid‑quantitative Polymerasekettenreaktion (PCR), digitale PCR und Flow‑Super Rolling Circle Amplification haben die Detektion von KIT p.D816V deutlich verbessert. Die Next‑Generation‑Sequenzierung erleichtert den Nachweis weiterer Mutationen und optimiert damit nicht nur Diagnostik und Prognoseabschätzung, sondern auch das Monitoring zielgerichteter Therapien gegen KIT p.D816V.

Höhere KIT‑p.D816V‑Allellasten in Kombination mit weiteren Mutationen in Genen wie DNMT3A (DNA[cytosine‑5]‑Methyltransferase 3α), SRSF2 (serine/arginine‑rich splicing factor 2), ASXL1 (additional sex combs‑like 1), EZH2 (enhancer of zeste homolog 2) und/oder RUNX1 (runt‑related transcription factor 1), zusammengefasst als Hochrisikomutationen, korrelieren mit fortgeschrittenen SM‑Subtypen.

Bedeutung der hereditären α‑Tryptasämie

Die hereditäre α‑Tryptasämie (HαT) ist eine genetische Konstellation, bei der eine erhöhte Kopienzahl des TPSAB1‑Gens, das für α‑Tryptase kodiert, typischerweise zu erhöhten Serumtryptasewerten führt. Die Prävalenz von HαT ist bei Mastozytose erhöht und kann mediatorvermittelte Symptome verstärken, was die Bedeutung der gezielten Abklärung dieser genetischen Konstellation bei Patienten mit Mastozytose unterstreicht.

Die Autoren des Clinical Commentary Reviews im „Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice“ empfehlen das Screening auf KIT p.D816V im peripheren Blut unter Verwendung sensitiver PCR-Techniken bei Verdacht auf SM. In Fällen mit negativen Ergebnissen aus dem peripheren Blut, aber hohem Verdacht, wird ein Knochenmarktest empfohlen. (ins)