Monatliche Vitamin-D-Supplementierung und kardiovaskuläre Ereignisse bei älteren Erwachsenen26. Oktober 2023 Verändert eine monatliche Gabe von Vitamin D bei älteren Erwachsenen die Häufigkeit schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (SKE)? Um dies herauszufinden, haben australische Forschende eine placebokontrollierte Studie zur monatlichen Gabe von Vitamin D3 durchgeführt. An der Studie nahmen 21.302 Senioren im Alter von 60–84 Jahren zu Studieneintritt teil. Ausschlusskriterien waren eine selbst angegebene Hyperkalzämie, Hyperparathyreoidismus, Nierensteine, Osteomalazie, Sarkoidose, die Einnahme von >500 IE/Tag ergänzendes Vitamin D oder die Unfähigkeit, eine Einwilligung zu geben. Über einen Zeitraum von ≤5 Jahren wurden 60.000 IE/Monat Vitamin D3 oder Placebo oral verabreicht; 16.882 Teilnehmer schlossen den Interventionszeitraum von 5 Jahren ab (Placebo 77,6%; Vitamin D3 80,2%). Primäres Outcome war das Auftreten von SKE, zusammengesetzt aus Myokardinfarkt, Schlaganfall und koronarer Revaskularisierung. Jedes dieser Ereignisse wurde zusätzlich auch separat als sekundärer Endpunkt analysiert. Insgesamt 1336 Teilnehmer erlitten ein SKE (Placebo 6,6%; Vitamin D3 6,0%). Die SKE-Rate war in der Vitamin-D-Gruppe niedriger vs. Placebo-Gruppe (HR 0,91; 95%-KI 0,81–1,01), insbesondere bei denjenigen, die zu Studienbeginn kardiovaskuläre Medikamente einnahmen (HR 0,84; 95%-KI 0,74–0,97; pInteraktion=0,12), obwohl der Wert für pInteraktion nicht signifikant war. Der Unterschied in der standardisierten ursachenspezifischen kumulativen Inzidenz lag nach 5 Jahren bei −5,8 Ereignissen/1000 Teilnehmer (95%-KI −12,2 bis 0,5), woraus sich eine Number-Needed-to-Treat zur Vermeidung eines SKE von 172 ergab. Die Rate der Myokardinfarkte (HR 0,81; 95%-KI 0,67–0,98) und der koronaren Revaskularisierungen (HR 0,89; 95%-KI 0,78–1,01) war in der Vitamin-D-Gruppe niedriger, aber es gab keinen Unterschied bei der Schlaganfallrate (HR 0,99; 95%-KI 0,80–1,23). Fazit Eine Vitamin-D-Supplementierung könnte, nach Aussage der Studienautoren, die Häufigkeit von SKE signifikant verringern, auch wenn der beobachtete absolute Risikounterschied nur gering ist und das KI mit einem Nullbefund übereinstimmt. Dennoch sollte die Rolle der Vitamin-D-Supplementierung weiter untersucht werden. (bi) Autoren: Thompson B et al. Korrespondenz: Rachel E Neale; [email protected] Studie: Vitamin D supplementation and major cardiovascular events: D-Health randomised controlled trial Quelle: BMJ 2023;381:e075230. Web: https://doi.org/10.1136/bmj-2023-075230
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