Morbus Crohn: Haustiere und Familiengröße beeinflussen Erkrankungsrisiko5. Dezember 2024 © NDABCREATIVITY – stock.adobe.com (Symbolbild) Bislang ist unklar, wie Umweltfaktoren das Risiko für Morbus-Crohn beeinflussen und wie sie mit biologischen Prozessen interagieren. Kanadische Forscher bewerteten den Zusammenhang zwischen Umwelteinflüssen und dem M.-Crohn-Risiko sowie deren Korrelation mit Biomarkern aus der Zeit vor der Erkrankung. Untersucht wurden 4289 gesunde Verwandte 1. Grades (FDR) von Patienten mit M. Crohn aus dem „Crohn’s and Colitis Canada – Genetic, Environmental, Microbial“(CCC-GEM)-Projekt. Mithilfe von Regressionsmodellen identifizierten die Autoren Umweltfaktoren, die mit dem späteren Auftreten eines M. Crohn assoziiert waren, sowie deren Beziehung mit biologischen Faktoren vor der Erkrankung. Dabei wurde das Verhältnis der fraktionierten Ausscheidung von Laktulose zu Mannitol im Urin (LMR) bestimmt, eine Darmentzündung durch die fäkalen Calprotectin(FCP)-Spiegel nachgewiesen und das fäkale Mikrobiom durch 16S-rRNA-Sequenzierung analysiert. Im Laufe des medianen Follow-ups von 5,62 Jahren entwickelten 86 FDR einen M. Crohn. Das Zusammenleben mit einem Hund im Alter zwischen 5 und 15 Jahren (HR 0,62; 95%-KI 0,40–0,96; p=0,034) und Leben in einer großen Familie im 1. Lebensjahr (HR 0,43; 95%-KI 0,21–0,85; p=0,016) waren mit einem geringeren M.-Crohn-Risiko assoziiert, während Personen, die zum Zeitpunkt der Rekrutierung mit einem Vogel zusammenlebten, ein erhöhtes M.-Crohn-Risiko aufwiesen (HR 2,78; 95%-KI 1,36–5,68; p=0,005). Außerdem war das Leben mit einem Hund mit einer reduzierten LMR, einer veränderten Häufigkeit mehrerer Bakteriengattungen und einer erhöhten Chao1-Diversität assoziiert, während Vogelbesitzer höhere FCP-Werte aufwiesen. Eine große Familie im 1. Lebensjahr der Teilnehmer korrelierte mit einer veränderten Zusammensetzung der Mikrobiota, ohne dass dies Auswirkungen auf FCP oder LMR hatte. Fazit In dieser Studie wurden Umweltvariablen identifiziert, die mit dem M.-Crohn-Risiko, einer veränderten Barrierefunktion, subklinischen Entzündungen und Modifikationen im Darmmikrobiom korrelieren. Dies deutet auf mögliche Effekte bei der M.-Crohn-Pathogenese hin. (bi) Autoren: Xue M et al. Korrespondenz: Williams Turpin; [email protected] Studie: Environmental Factors Associated With Risk of Crohn’s Disease Development in the Crohn’s and Colitis Canada – Genetic, Environmental, Microbial Project Quelle: Clin Gastroenterol Hepatol 2024;22(9):1889–1897.e12. Web: https://doi.org/10.1016/j.cgh.2024.03.049
Mehr erfahren zu: "Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel?" Weiterlesen nach Anmeldung Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel? Für Hochrisikopatienten wird die konsequente Senkung des systolischen Blutdrucks auf Werte unter 120 mmHg empfohlen. Doch ist dieses Ziel realistisch umsetzbar?
Mehr erfahren zu: "Postpartale Hypertonie: Modifizierbare Faktoren relevanter als genetisch bestimmtes Risiko" Weiterlesen nach Anmeldung Postpartale Hypertonie: Modifizierbare Faktoren relevanter als genetisch bestimmtes Risiko Eine kürzlich publizierte Kohortenstudie verdeutlicht, dass die Gene einen relevanten Beitrag zur Entwicklung eines Bluthochdrucks zwei bis sieben Jahre nach einer Schwangerschaft spielen – wenn auch einen deutlich geringeren als klinische […]
Mehr erfahren zu: "Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent" Weiterlesen nach Anmeldung Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent Der relative Nutzen einer Blutdrucksenkung im Hinblick auf die Senkung des kardiovaskulären Risikos ist bei Patienten mit und ohne chronische Nierenkrankheit (CKD) ähnlich – und zwar über das gesamte Spektrum […]