Morbus Crohn: Möglicher Auslöser anhaltender Symptome identifiziert23. Dezember 2024 Abbildung: © Zerbor/stock.adobe.com Forschende der Michigan Medicine – University of Michigan (U-M; USA) haben schwefelproduzierende Bakterien als mögliche Ursache für Morbus-Crohn-Symptome ausgemacht, die selbst dann auftreten, wenn keine akute Entzündung vorliegt. Die könnte eine Erklärung dafür sein, warum manche Patienten mit M. Crohn auch ohne eine akute Inflammation weiterhin Symptome aufweisen. Dies ist laut den Wissenschaftlern bei rund einem Drittel der Betroffenen der Fall. In einer Studie, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, hatte dasselbe Team die Mikrobiome von Patienten mit ruhendem M. Crohn untersucht, die anhaltende Symptome hatten. Dabei hatten sie das Mikrobiom dieser Probanden mit dem solcher vergleichen, bei denen dies nicht der Fall war. Bei Patienten mit anhaltenden Symptomen stellten die Forschenden eine „signifikante Anreicherung“ schwefelproduzierender Bakterien im Darm fest. Diese neueste Studie stellte einen weiteren möglichen Zusammenhang zwischen anhaltenden Symptomen und sulfidogenen Mikroben sowie Schwefelstoffwechselwegen fest: Festgestellt wurden nämlich, dass beide im Stuhl von Patienten mit ruhendem M. Crohn angereichert waren. „Dieser Befund war nicht nur deshalb interessant, weil er unsere vorherige Studie bestätigte“, unterstreicht Dr. Allen Lee, Assistenzprofessor für Innere Medizin an der U-M und Co-Seniorautor der Arbeit. „Wir wissen, dass diese schwefelproduzierenden Bakterien Schwefelwasserstoff produzieren können, der möglicherweise einige negative Auswirkungen auf die Darmfunktion hat.“ Den Wissenschaftlern zufolge kann Schwefelwasserstoff die Darmdurchlässigkeit oder die Funktion der Darmbarriere beeinträchtigen (“Leaky Gut”). Schwefelwasserstoff kann auch zu erhöhter viszeraler Überempfindlichkeit führen. Eine erste Theorie zur Ursache der veränderten Darmdurchlässigkeit bei Patienten mit ruhendem M. Crohn war eine schwer nachweisbare subklinische Entzündung. Weil aber die Symptome sowohl bei Patienten mit als auch ohne tiefe Remission bestehen blieben, suchten die Forschenden im Darmmikrobiom nach alternativen Erklärungen. Die neue Studie ergab, dass bei 39 Patienten mit ruhendem M. Crohn und Symptomen das fäkale Metabolom „signifikant anders“ war als bei 274 Patienten mit ruhender Erkrankung und ohne Symptome. Das Fortbestehen der Symptome bei ruhendem Morbus Crohn bleibe eine Herausforderung für die Behandlung der Erkrankung insgesamt, betonen die Studienautoren, habe sie doch großen Einfluss auf die Lebensqualität. Dies beobachteten die Autoren auch in ihrer Studie. „Wenn man sich die Symptombelastung bei unseren Patienten mit ruhendem Morbus Crohn und anhaltenden Symptomen ansieht, war sie tatsächlich sehr ähnlich zu der von Patienten mit aktivem Morbus Crohn.“ Für die Zukunft planen die Autoren eine unabhängige Kohortenstudie zur Bestätigung des Zusammenhangs zwischen schwefelproduzierenden Bakterien und ruhendem M. Crohn. Sie haben außerdem eine Pilotstudie begonnen, um die Auswirkungen einer schwefelarmen Ernährung für M.-Crohn-Patienten mit anhaltenden Symptomen zu bestimmen.
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