Morbus haemolyticus neonatorum: Neuer Wirkstoff verspricht weniger invasive Behandlung9. August 2024 Foto: © vchalup/stock.adobe.com Neue Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Nipocalimab Anämie und die Notwendigkeit intrauteriner Bluttransfusionen bei Neugeborenen mit Morbus haemolyticus neonatorum (MHN) verzögern oder verhindern könnte. Im Rahmen der UNITY-Studie wurden 13 schwangere Frauen untersucht, die entweder eine Fehlgeburt erlitten hatten oder während einer früheren Schwangerschaft aufgrund von HDN frühe intrauterine Transfusionen benötigten. DNA-Tests zeigten, dass ihr aktueller Fötus ein hohes Risiko hatte, ebenfalls an MHN zu erkranken. Die Teilnehmerinnen erhielten während der Schwangerschaft zwischen der 14. und 35. Schwangerschaftswoche intravenös Nipocalimab. Die Ergebnisse der Forschung wurden in der Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Ergebnis der Forschung Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmerinnen (54 %) brachten nach 32 Wochen oder später ein Kind zur Welt, ohne dass eine Bluttransfusion nötig war. Einige brauchten sogar nach der Geburt keine Bluttransfusion. Keines der Babys entwickelte einen Hydrops fetalis. Bei MHN wirkt Nipocalimab, indem es die Übertragung von Antikörpern über die Plazenta stoppt, den Angriff auf die roten Blutkörperchen des Fötus verhindert und die Menge der Antikörper im Blutkreislauf der Mutter senkt, erklären die Autoren. „Nipocalimab ist das einzige Medikament in der Entwicklung, das das Potenzial hat, eine Reihe von Alloimmunerkrankungen zu behandeln, die den Fötus betreffen, wie etwa fetale/neonatale Alloimmunthrombozytopenie und immunvermittelter angeborener Herzblock“, kommentiert der leitende Studienforscher Prof. Kenneth Moise. Nipocalimab habe auch das Potenzial, ein breites Spektrum von Autoantikörpererkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Myasthenia gravis zu behandeln, ergänzt er. Abschließend betont Moise: „Wenn weitere Studien den Einsatz von Nipocalimab zur Behandlung von MHN unterstützen, wird die Behandlung des Fötus in diesen Schwangerschaften für die werdenden Mütter sicherer und einfacher.“
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