Mortalität bei Diabetes: Verschiebung der Todesursachen

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In den USA hat die Mortalität von Diabetikern in den letzten 30 Jahren drastisch abgenommen. Was die Todesursachen angeht ist es zu einer Verschiebung von Todesfällen durch Gefäßerkrankungen zu Todesfällen durch nicht vaskulär und nicht krebsbedingte Ursachen gekommen. Dies zeigt eine Auswertung von nationalen Gesundheitsdaten von 1985–2015.

Vom Zeitraum 1988–1994 bis zum Zeitraum 2010–2015 hat demnach die Gesamtmortalitätsrate von Erwachsenen mit Diabetes in den USA alle 10 Jahre um 20 % abgenommen (von 23,1 [95 %-KI 20,1–26,0] auf 15,2 [95 %-KI 14,6–15,8] pro 1000 Personenjahre). Die Rate an Todesfällen aufgrund von Gefäßerkrankungen sank alle 10 Jahre um 32 % (von 11,0 [95 %-KI 9,2–12,2] auf 5,2 [95 %-KI 4,8–5,6] pro 1000 Personenjahre), die krebsbedingte Mortalitätsrate um 16 % (von 4,4 [95 %-KI 3,2–5,5] auf 3,0 [95 %-KI 2,8–3,3] pro 1000 Personenjahre) und die Rate nicht vaskulär und nicht krebsbedingter Todesfälle um 8 % (von 7,7 [95 %-KI 6,3–9,2] auf 7,1 [95 %-KI 6,6–7,5] pro 1000 Personenjahre).

Die Sterberaten nahmen auch bei Menschen ohne diagnostizierten Diabetes in allen 4 Mortalitätskategorien ab. Doch bei Menschen mit Diabetes waren die Abnahmen der Sterberaten signifikant größer – für die Gesamtmortalität (pInteraktion< 0,0001), für die Mortalität aufgrund von Gefäßerkrankungen (pInteraktion= 0,0214) und für die weder vaskulär noch krebsbedingte Mortalität (pInteraktion<0,0001).

Die Differenzen der Gesamt- und der vaskulär bedingten Mortalität zwischen Menschen mit und ohne Diabetes reduzierte sich um etwa die Hälfte. Unter Menschen mit Diabetes sank die Gesamtmortalitätsrate am stärksten bei Männern und bei Erwachsenen im Alter von 65–74 Jahren. Bei den Erwachsenen im Alter von 20–44 Jahren zeigte sich dagegen keine Abnahme der Sterberaten. Das unterschiedliche Ausmaß, in dem sich die Gesamtmortalität veränderte, führte zu großen Veränderungen der anteiligen Mortalität.

Der Anteil an Todesfällen bei Erwachsenen mit Diabetes durch Gefäßerkrankungen reduzierte sich von 47,8 % (95 %-KI 38,9–58,8) in 1988–1994 auf 34,1 % (95 %-KI 31,4–37,1) in 2010–2015. Diese Abnahme wurde aufgehoben durch starke Zunahmen des Anteils an Todesfällen durch nicht vaskuläre und nicht krebsbedingte Ursachen, von 33,5 % (95 %-KI 26,7–42,1) auf 46,5% (95 %-KI 43,3–50,0).

Fazit
Der Anteil an Todesfällen durch Krebserkrankungen bleibe dagegen im Verlauf relativ stabil und rangierte zwischen 16% und 20%. Die Diversifizierung der unterschiedlichen Arten diabetesbezogener Mortalität habe Implikationen für das klinische Management, die Prävention und das Krankheitsmonitoring, resümieren die Autoren.

Autoren: Gregg EW et al.
Korrespondenz: Division of Diabetes Translation, US Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta, GA, USA
Studie: Trends in cause-specific mortality among adults with and without diagnosed diabetes in the USA: an epidemiological analysis of linked national survey and vital statistics data
Quelle: Lancet 2018 Jun 16;391(10138):2430–2440
Web: www.thelancet.com/journals/lancet