Motorische Fähigkeiten bei Jugendlichen defizitär23. April 2018 Foto: © EvgeniiAnd – Fotolia.com Fast 44 Prozent der Schüler sind motorisch auffällig oder zeigen kritische Tendenzen. Das zeigt die Studie „GesundeKids – Fit fürs Leben“, die seit 2016 die Fitness der Schüler an der Erich-Kästner-Schule in Ladenburg untersucht. 1,9 Millionen Kinder in Deutschland sind übergewichtig, viele davon erkranken deshalb. Als Maßnahme gegen diesen Trend führen Wissenschaftler, Physiotherapeuten und der Rotary Club Schriesheim-Lobdengau das Projekt „GesundeKids – Fit fürs Leben“ an der Erich-Kästner-Schule in Ladenburg durch. Studierende und Professoren der SRH Hochschule Heidelberg haben bei dem Projekt die Bausteine „Testung“ und „Move-Programm“ übernommen und berichteten nun in Ladenburg über die Ergebnisse. Ein Dreieck bauen, einen Ball einhändig fangen oder im Zickzack hüpfen: Im Zeitraum Juli bis September 2017 wurden 55 Kinder hinsichtlich ihrer motorischen Kompetenzen getestet. Dabei wurden die die Bereiche Handgeschicklichkeit, Ballfertigkeit und Balance in den Focus genommen. Aufgeteilt in die Altersgruppen 3 bis 6 Jahre, 7 bis 10 und 11 bis 16 Jahre bekamen die Schüler altersgemäße Aufgabenstellungen wie Spuren nachzeichnen, einen Ball auffangen oder auf einem Brett balancieren. Die Testung ergab: Fast 44 Prozent – 24 Kinder in den Altersgruppen 7 bis 10 und 11 bis 16 Jahre – sind in ihrer motorischen Entwicklung kritisch oder gar auffällig, insbesondere in der Handgeschicklichkeit. Mädchen waren tendenziell mit 52,1 Prozent häufiger betroffen als Jungen. „Das Ergebnis hat uns selber überrascht und wir versuchen, Erklärungsansätze zu entwickeln. Wir sind von Schwierigkeiten in der Balance und Ballfertigkeit ausgegangen, die wir gut mit zusätzlichen Bewegungsangeboten im Sportunterricht unterstützen können. Das Training der Handgeschicklichkeit muss vorrangig in anderen Unterrichtsstunden bearbeitet werden. Dazu gibt es einen engen Austausch innerhalb des Projektteams“, sagte Prof. Mieke Wasner von der SRH Hochschule Heidelberg. Im „Move-Programm“ unterstützen die SRH-Studierenden der Physiotherapie den Sportlehrer der Erich-Kästner-Schule im Sportunterricht und in der Sport-AG. Sie entwerfen Stundendesigns für den Unterricht, die es den Schülern ermöglichen, die noch nicht gut ausgeprägten motorischen Fähigkeiten individuell und in der Gruppe zu trainieren. Auch wissenschaftliche Abschlussarbeiten der Studierenden entstehen im Rahmen des Projektes GesundeKids. Im Sommer 2018 soll eine zweite Testung die Daten vergleichbar machen. Neben dem Baustein Bewegung wird das Projekt komplettiert durch die Säulen Ernährung sowie Persönlichkeitsbildung und Lebenskompetenz. „Es ist in der gesamten Region ein einzigartiges Konzept, das dahinter steckt“, sagte Dr. Karl F. Glenz, Initiator des Projekts und Mitglied des Vorstands des Rotary Clubs Schriesheim-Lobdengau bei der Projektvorstellung in Ladenburg. „Alle Bausteine sind integrative Bestandteile des Unterrichts.“ GesundeKids lebe von seinem großen Netzwerk und den engen Austausch aller Partner. Der Rotary Club Schriesheim-Lobdengau und der Distrikt unterstützen das Projekt mit insgesamt 10.000 Euro. Die Rektorin der Erich-Kästner-Schule, Cristina Nawrath bedankte sich sehr bei allen Projektpartnern: „Die Schüler profitieren enorm davon.“
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