Mütterliche RSV-Impfung senkt Risiko schwerer Atemwegserkrankungen bei Säuglingen

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Eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) kann bei Neugeborenen und jungen Säuglingen schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Ein neuer präventiver Ansatz ist die passive Immunisierung durch mütterliche Impfung. Die internationale Phase-III-Studie MATISSE untersuchte Wirksamkeit, Immunogenität und Sicherheit eines bivalenten Impfstoffes gegen das RSV-F-Präfusionsprotein (RSVpreF) bei Schwangeren.

Die abschließende Analyse bestätigt die gute Verträglichkeit und hohe Schutzwirkung der RSVpreF-Impfung in der Schwangerschaft. Sie senkt das Risiko für schwere RSV-bedingte untere Atemwegserkrankungen (LRTI) beim Säugling in den ersten 6 Lebensmonaten deutlich und stellt damit eine vielversprechende präventive Maßnahme dar. In die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie wurden weltweit 7420 gesunde Schwangere im Alter von bis zu 49 Jahren in der 24.–36. Schwangerschaftswoche eingeschlossen. Die Teilnehmerinnen erhielten entweder einmalig den Impfstoff RSVpreF in einer Dosierung von 120 µg oder ein Placebo.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Auftreten einer schweren, medizinisch betreuten RSV-assoziierten LRTI beim Neugeborenen bzw. Säugling innerhalb von 180 Tagen nach Geburt. Bei einer Subgruppe wurden zusätzlich die neutralisierenden Antikörpertiter gegen RSV-A und RSV-B bestimmt. Insgesamt wurden 7307 Kinder geboren – 3660 nach Impfung der Mutter mit RSVpreF, 3647 nach Gabe von Placebo.

Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen schwere RSV-assoziierte LRTI lag innerhalb der ersten 90 Lebenstage bei 82,4% (95%-KI 57,5–93,9) und innerhalb von 180 Tagen bei 70,0% (95%-KI 50,6–82,5). Der Impfstoff induzierte bei den Schwangeren robuste RSV-neutralisierende Antikörpertiter, die effizient auf die Neugeborenen übertragen wurden – unabhängig vom Gestationsalter bei Impfung oder Geburt, dem Impfzeitpunkt vor der Entbindung, dem Alter der Mutter oder dem Herkunftsland. Das Sicherheitsprofil war sowohl bei den Schwangeren als auch bei ihren Kindern unauffällig und stimmte mit den Ergebnissen der Primärauswertung überein.

Fazit
Die mütterliche Impfung mit RSVpreF weist sowohl bei schwangeren als auch bei neugeborenen und infantilen Studienteilnehmern ein günstiges Sicherheitsprofil auf und zeigt Wirksamkeit gegen RSV-assoziierte Erkrankungen der unteren Atemwege bei Säuglingen bis zum Alter von 6 Monaten. (nec)

Autoren: Simões EAF et al.
Korrespondenz: Iona Munjal; [email protected]
Studie: Efficacy, Safety, and Immunogenicity of the MATISSE (Maternal Immunization Study for Safety and Efficacy) Maternal Respiratory Syncytial Virus Prefusion F Protein Vaccine Trial
Quelle: Obstet Gynecol 2025 Feb 1;145(2):157–167.
Web: https://doi.org/10.1097/AOG.0000000000005816