Mütterliches Rauchen erhöht Morbus-Crohn-Risiko bei Nachkommen23. September 2024 © Elnur – stock.adobe.com (Symbolbild) Ziel einer aktuellen chinesischen Studie war es, die individuellen und kombinierten Effekte einer frühen Rauchexposition, des persönlichen Verhaltens der Nachkommen (Nichtraucher/Raucher) und des genetischen Risikos auf die Entwicklung von M. Crohn und C. ulcerosa bei den erwachsenen Nachkommen zu untersuchen. Die langfristigen Auswirkungen des mütterlichen Rauchens während der Schwangerschaft (Maternal Smoking during Pregnancy, MSDP) auf das Risiko für die Entwicklung eines Morbus Crohn und einer Colitis ulcerosa bei erwachsenen Nachkommen sind nach wie vor unklar. Forschende führten nun eine prospektive Kohortenstudie unter Verwendung der Daten der UK Biobank durch, die 334.083 Teilnehmer umfasste, welche zwischen 2006 und 2010 rekrutiert und bis Ende 2021 nachbeobachtet wurden. Mithilfe multivariabler Regressionsmodelle analysierten die Wissenschaftler Zusammenhänge zwischen genetischen Faktoren, mütterlichem und eigenem Rauchen und M. Crohn und C. ulcerosa. Teilnehmer, die MSDP ausgesetzt waren, hatten ein um 18% erhöhtes Risiko für M. Crohn vs. Probanden ohne MSDP (HR 1,18; 95%-KI 1,01–1,39). Es wurde jedoch kein signifikanter Zusammenhang zwischen MSDP und einem C.-ulcerosa-Risiko festgestellt (HR 1,03; 95%-KI 0,92–1,16). Persönliches Rauchen erhöhte darüber hinaus das Risiko sowohl für M. Crohn als auch für C. ulcerosa, wobei es einen numerisch verstärkten Effekt bei MSDP hatte. Weiterhin konnte bei Teilnehmen mit einem hohen genetischen Risiko und MSDP ein 2,01-fach (95%-KI 1,53–2,65) bzw. 2,45-fach (95%-KI 2,00–2,99) erhöhtes Risiko für M. Crohn bzw. C. ulcerosa vs. Personen ohne MSDP und mit niedrigem genetischen Risiko festgestellt werden. FazitDiese chinesische prospektive Kohortenstudie liefert klare Beweise dafür, dass MSDP das M.-Crohn-Risiko bei erwachsenen Nachkommen erhöht. Beweise für einen kausalen Zusammenhang liegen jedoch nicht vor. Darüber hinaus haben Rauchen und genetische Suszeptibilität einen numerisch verstärkten Effekt bei Personen mit MSDP, einen M. Crohn oder eine C. ulcerosa zu entwickeln, aber die Korrelation erwies sich in den Analysen nicht als statistisch signifikant. (je) Autoren: Hu L et al.Korrespondenz: Dr. Bin Xia; [email protected]Studie: Impact of Maternal Smoking, Offspring Smoking, and Genetic Susceptibility on Crohn’s Disease and Ulcerative ColitisQuelle: J Crohns Colitis 2024;18(5):671–678.Web: https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjad200
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